Brief
Von Friedrich Heinrich Jacobi (26. August 1774)
Bericht über einen Ausflug in die Umgebung Düsseldorfs, an dem J. J. W. Heinse (genannt Rost) und streckenweise auch die Frau und die Schwestern J.s (Helene und Charlotte) teilgenommen hätten. Wunsch, G. möge mit ihm das Bergische Land durchwandern. Über Heinses "Leben des Tasso". - J. äußert Bewegung über G.s Brief sowie die Absicht, G.s Geburtstag unter freyem Himmel zu feiern. Er dankt für Lavaters Schattenriß und bittet, Lavater zu grüßen. Zu Heinse habe G. bieder geredet, hätte ihm aber auch das parfümieren mit Moder und Todten-Gerüchen verbieten sollen. Es sei unausstehlich und höchst albern dazu, wenn ein Dichter überall, all überall Materialismus auskrame. Auch bin ich häßig dem ewigen Persifflieren alles Dings; ist kein Treu noch Glauben dabey. Heinse lasse grüßen und werde das gewünschte Märchen schreiben. Um den Brief Heinses an F. A. C. Werthes habe sich J. bemüht. - J. freue sich auf die versprochenen kleinen Sachen von G. ("Mit einem gemalten Band", "Mailied", "Wandrers Sturmlied"); mit größter Sehnsucht sehe er den "Leiden des jungen Werthers" entgegen. Er selbst habe in G.s Namen den Plan zu einem Roman in Briefen entworfen, und würklich auszuarbeiten angefangen ("Eduard Allwills Papiere", 1775, 1776).
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