Brief
An Friedrich Heinrich Jacobi (1774)
Mir ist ganz wohl euch zu sehen in freyer Gottes welt, theils des gegenwärtigen Genusses willen der verjüngt Leib und Seele, teils auch in Hofnung gutes Vorbedeutens dass du dich muthig entreissen wirst der papirnen Vestung Spekulations u. literarischer Herrschafft. denn das raubt dem Menschen alle Freude an sich selbst. Denn er wird herumgeführt von dem und ienem, hie in ein Gärtgen da in eine Baumschule, in einn Irrgarten u. Irrgärtgen, und preiset ihm ieder an seiner Hände Werck, und end. siehet er in seine Hände die ihm auch Gott gefüllt hat mit Krafft u. allerley Kunst, und es verdreusst ihn des Gaffens u. Schmarozens an andrer Schöpfungsfreude, u. kehret zurück zu seinem Erbteil, saet, pflanzt u begiesst, und geniest sein und der seinigen in herzlich Würckender Beschränckung. So mit seyst du eingeseegnet wo du auch stehest und liegest auf Gottesboden, wandere so fort dass sich in dir kräfftige Liebe, aus ihr Einfalt keime , aus der mächtiges Würcken aufblüht. – Lebt wohl. am 31 Aug.
Hier eine Ode zu der Melodie und Commentar nur der Wandrer in der Noth erfindet.
davor hoff ich auf das weitere Tagbuch eures Zugs, das doch auch von Zeit zu Zeit Rost führen möge, um euch beyde recht rund zu mir zu bringen.
Hier zwey Lav. für den Bruder, Rosten. Auch für Jung einen.
Wen du nicht verlässest Genius
Nicht der Regen nicht der Sturm
Haucht ihm Schauer übers Herz
Wem du nicht verlässest Genius.
Wird der Regen Wolck
Wird dem Schlossensturm
Entgegensingen wie die
Lerche du dadroben.
Wen du nicht verl p.
Den du nicht verlässest Genius.
Wirst ihn heben übern Schlammpfad
Mit den Feuerflügeln
Wandeln wird er
Wie mit Blumenfüssen
Uber deukalions fluth schlamm
Python todtend leicht gros
Pythius Apollo
Den du nicht verlässest Genius
Dem du nicht verlässest Genius
Wirst die wollnen Flügel unterspreiten
Wenn er auf dem Felsen schläfft
Wirst mit Hüterfittigen ihn decken
In des Haines Mitternacht.
Wen du nicht verlässest Genius
Wirst im Schneegestöber Wärm um hüllen
Nach der Wärme ziehn sich Musen
Nach der Wärme Charitinnen.
Wen du nicht verlässest Genius.
Umschwebt mich ihr Musen!
Ihr Charitinnen!
Das ist Wasser das ist Erde
Und der Sohn des Wassers und der Erde
Über den ich wandle Göttergleich
Ihr seyd rein wie das Herz der Wasser
Ihr seyd rein wie das Marck der Erde
Ihr umschwebt mich und ich schwebe
Uber Wasser über Erde
Göttergleich.
—————————
Soll der zurückkehren
der kleine schwarze feurige Bauer
Soll der zurückkehren, erwartend
Nur deine Gaben Vater Bromius
Und hellleuchtend um wärmend Feuer
Soll der zurückkehren mutig.
Und ich den ihr begleitet
Musen und Charitinnen all
den Alls erwartet was ihr
Musen und Charitinnen
Umkränzende Seeligkeit
Rings ums Leben verherrlicht habt,
Soll muthlos kehren?
Vater Bromius
Du bist Genius
Jahrhunderts Genius
Bist was innre Glut
Pindarn war
Was der Welt
Phöb Apoll ist.
Weh weh innre Wärme
Seelen Wärme
Mittelpunckt
Glüh ihm entgegen
Phöb Apollen
Kalt wird sonst
Sein Fürstenblick
Uber dich vorüber gleiten
Neidgetroffen
Auf der Ceder Grün verweilen
die zu grünen
Sein nicht harrt.
—————————
Warum nennt mein Lied dich zulezt?
Dich von dem es begann
Dich in dem es endet
Dich aus dem es quoll
Jupiter Pluvius.
dich dich strömt mein Lied
Jupiter Pluvius.
Und Castalischer Quell
Quillt ein Nebenbach
Quillet müsigen
Sterblich Glücklichen
Abseits von dir
Jupiter Pluvius
der du mich fassend deckst
Jupiter Pluvius
Nicht am Ulmen Baum
Hast du ihn besucht
Mit dem Tauben Paar
In dem zärtlichen Arm
Mit der freundlichen Ros umkränzt
Tändelnden ihn blumenglücklichen
Anakreon.
Sturmathmende Gottheit.
Nicht im Pappelwald
An des Sibaris Strand
In dem hohen Gebürg nicht
Dessen Stirn die
Allmächtige Sonne beglänzt
Faßtest du ihn
den Bienensingenden
Honig lallenden
Freundlich winckenden
Theokrit.
Wenn die Räder rasselten Rad an Rad
Rasch ums Ziel weg
Hoch flog sieg durchglühter Jünglinge
Peitschenknall
Und sich Staub wälzt
Wie von Gebürg herab sich.
Kieselwetter ins Tahl wälzt
Glühte deine Seel Gefahren Pindar
Muth Pindar – Glühte –
Armes Herz –
dort auf dem Hügel –
Himmlische Macht –
Nur so viel Glut –
dort ist meine Hütte –
Zu waten bis dort hin.
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