Brief
Von Friedrich Heinrich Jacobi (15. September 1779)
Du sollst in Ettersburg, in einer Gesellschaft von Rittern, Woldemar und seinen Verfaßer auf die entsetzlichste Weise durchgezogen, lächerlich gemacht, und zum Beschluß, - mit einem schön eingebundenen Exemplar dieses Buchs, eine schimpfliche und schändliche Execution vorgenommen haben. - Dies Gerücht ist so allgemein geworden, daß es auch mir endlich zu Ohren kommen mußte. J. schreibt an G., um zu erfahren, was an der Sache ist. G.s Vorwurf in einem Brief vom April 1775, daß J. den Glauben an ihn verletzt habe, sei unbegründet gewesen, dagegen müsse J. das Ettersburger Ereignis für eine mögliche Sache halten. Und das wäre vielleicht genug um mein Herz von dir zu scheiden. J. glaube jedoch, daß G. dem Roman "Woldemar" (1779) Hochachtung, ja Bewunderung nicht versagen könne, trotz einiger Ungeschicklichkeiten in der Composition und dem sich zuwiderlaufenden in unserer Sinnes Art. J. weist die Anschuldigung zurück, er habe sich im Woldemar [...] selbst vergöttern und zur öffentlichen Anbetung aufstellen wollen. - Wenn G. den Brief nicht beantworte, sei nach verfloßenen 3 Wochen das Schweigen Antwort genug.
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