Brief
An Friedrich Heinrich Jacobi (vermutlich 1. April 1775)
Friederice Fritzel wie ist Dir! O Du Menschenkind – steht nicht geschrieben: so ihr glaubtet, hättet ihr das ewige Leben! und Du wähntest manchmahl, der Sinn dieser Worte sey in Deiner Seele aufgegangen. Sey's nun – geringer kann ich's nicht thun – Deine Liebe wag ich dran – sonst wär ich der heiligen Thränen nicht werth, die Du in Cölln an mein Herz weintest. – Lieber Fritz besinne Dich – es ist nicht Stella, nicht Prometheus – besinne Dich, und noch einmal: gieb mir Stella zurück! – Wenn Du wüßtest wie ich sie liebe, und um Deinetwillen liebe! – – – – und das muß ich Dir all so ruhig schreiben um Deines Unglaubens willen, der ich lieber mein Herz ergöße –
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