Werk

Gockel, Hinkel, Gakeleja

Epoche: Romantik

Inhalt: Entspricht dem italienischen Märchen "La preta delo Gallo": Geschichte des verarmten Rauhgrafen Gockel von Hanau, der gemeinsam mit seiner Gattin Hinkel und der Tochter Gackeleia in einem verfallenen Schloss lebt und dank eines Zauberrings erneut Ruhm und Jugend erlangt. Das Märchen zeichnet sich durch eine phantastische Fabulierkunst, Satire, arabeskenartige Gebilde, zeitgenössische Anspielungen und das Wechselspiel von Prosa und lyrischer Sprachkunst aus. Besonders die Spätfassung verdeutlicht das biblische Gleichnis von Sündenfall, Opfertod und der Wiedergewinnung des verlorenen Paradieses. Die gefährdete Existenz der Haushuhnrasse verweist auf die persönlichen existenziellen Nöte und Geldsorgen Brentanos in jener Zeit. Enthält ein variiertes Kindergebet von Luise Hensel.

Überlieferung: Der Ur-Gockel erschien teilweise in der Zeitschrift Iris (1826-27) und als erweiterte Fassung 1838, welche eine Widmung sowie ein „Tagebuch der Ahnfrau“ enthält. Die Gesamtausgabe der Märchen wurde posthum von Görres herausgegeben. Lesiglich vom "Gockel" ist die Handschrift erhalten.

Zeit- und Sachbezug: Im Zyklus „Italienische Märchen“ enthalten: zwischen 1805 und 1816 frei nach der literarischen Vorlage von Giovanni Battista Basiles „Il Pentamerone“ sowie mit persönlichen Bezügen arrangiert.

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