Brief
An Johann Lambert Büchler (1. April 1820)
An J. L. Büchler.
Wohlgeborner,insonders hochgeehrtester Herr!
Um das ehrenvolle Verhältniß, welches eine hochansehnliche Gesellschaft mir zu gönnen geruht, sowohl für mich zu benutzen als auch vielleicht zu gleicher Zeit zu Ihren hohen Zwecken einigermaßen mitzuwirken, übersende beyliegendes Blatt, welches sich selbst erklärt indem es eine antiquarische Frage aufwirft. Könnte ich durch Ew. Wohlgeboren Vermittlung hierüber einigermaßen aufgeklärt werden; so würden Ihro Kaiserliche Hoheit unsere Frau Erbgroßherzogin den Besitz, den Höchst Ihro Sorgfalt unseren Museen zu verschaffen gewußt, in seinem Werthe gesteigert finden. Möge diese Anfrage nicht ungeneigt aufgenommen und ich der verehrten Gesellschaft auf's neue empfohlen seyn.
Freylich kann man in dem gegenwärtigen Falle noch die vorläufigen Fragen aufwerfen, ob diese Taufschüssel schon bekannt, vielleicht abgebildet und erklärt sey?
Ferner, ob sie nicht vielleicht eher Friedrich II. zugeschrieben werden könne, welches nur von Kennern der deutschen Geschichte gründlich zu beantworten seyn möchte.
Sollte für gut erkannt werden, dieses Denkmal mit entscheidender Erklärung zu den Acten der Societät zu bringen; so erbiete mich hier am Orte eine genaue lithographische Nachbildung zu besorgen, um Abdrücke davon soviel man deren benöthigt seyn möchte zu übersenden.
Der ich mit ausgezeichneter Hochachtung die Ehre habe zu unterzeichnen.
Weimar den [1. April] 1820.
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