Brief

Von Friedrich Gentz (4. April 1811)

Gentz habe bei A. von Kerpen erreicht, daß sie ihm eine Kreidezeichnung (Johannes der Täufer nach Murillo) für G. überlassen habe (vgl. RA 6, Nr. 42). Diese sei sehr gelungen und liege dem Brief bei. - Gentz habe alle Aufträge G.s erledigen können. - Die Sendungen an Fürst J. Lobkowitz und Fürst K. Lichnowsky seien angekommen. Lichnowsky habe G. bereits geschrieben, Lobkowitz verspreche seit 14 Tagen einen Brief, werde aber weniger durch das neue Finanz-System (J. von Wallis' Finanzpatent vom 20. Februar) beschäftigt als durch die Anwesenheit Velutti's (? G. B. Velluti) und die ständigen Privat-Vorstellungen auf seinem Theater; erwähnt: (?) Hessi. - Die Prinzessinnen von Curland (Töchter der Herzogin von Kurland) und die Ligne-Clarysche Gesellschaft danken sehr für Ihre freundschaftliche Erinnerung. Fürst J. Clary gehe in wenigen Tagen nach Paris; den Fürsten K. Ligne habe Gentz im Winter wenig gesehen, da dieser seine Zeit mit der schönen Rassumoffsky (? Gräfin E. Rasumowskaja, geb. von Schenck), die G. aus Karlsbad bekannt sei und die die übrige Gesellschaft meide, verbringe. - Über die fortschreitende Genesung M. von Eybenbergs. Der Gesundheitszustand der Kaiserin Maria Ludovika habe sich dagegen im Winter verschlechtert. Es müßte sich ein Arzt finden, der in seinem Fache zu verfahren wüßte, wie der Graf Wallis mit dem neuen Finanz-System. - Die wachsenden politischen Spannungen verursachten in Wien noch keine Unruhe, so daß Karlsbad und Teplitz im Sommer wohl noch ungestörte Frey- und Ruhestätten sein werden. Hoffnung, G. dort zu treffen. - Bitte um Empfehlung an Herzog Karl August.

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