Brief
An Johann Martin Wagner (18. November 1803)
An Johann Martin Wagner.
Mit Vergnügen habe ich Ihnen, mein werthester Herr Wagner, anzuzeigen: daß Ihnen der Preis unserer dießjährigen Ausstellung mit 60 Ducaten zuerkannt worden.
Da ich aus Ihrem Briefe vom 8. Juli fast vermuthen könnte daß Sie indessen eine Reise angetreten: so frage ich durch gegenwärtiges nach: ob Sie sich noch in Würzburg befinden? um Ihnen gedachte Summe, nebst der Zeichnung, wenn der kleine Umriß darnach genommen ist, ungesäumt zuzusenden.
Wollten Sie mir, in Ihrem nächsten Schreiben, noch einige Nachricht von Ihrem Geburtsorte, Ihrer Kunstbildung und sonstigen Schicksalen geben; so würde es mir sehr angenehm seyn.
Ich würde dagegen ein Empfehlungsschreiben an des Herrn Grafen von Thürheim Excellenz beylegen, da mir die besondere Gunst dieses Herrn gegen Gelehrte und Künstler genugsam bekannt geworden.
Sollten Sie in der Folge nach Paris oder Rom gehen: so würde ich Ihnen dahin noch einige bedeutende Addressen geben können.
Der ich recht wohl zu leben wünsche.
Weimar, d. 18. Nov. 1803.
Goethe.
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