Brief
Von Karl Ludwig von Knebel (12. Januar 1807)
Dank für das Lustspiel (? S. Schütze "Der Dichter und sein Vaterland", Leipzig 1806) und Bitte, es den Freunden noch etliche Tage zu überlassen. - F. S. Voigt treibe seine osteologischen Untersuchungen mit vielem Fleisse (Beiträge zu G.s vergleichender Anatomie der Wirbeltiere; vgl. RA 5, Nr. 540). Da K. H. Reclam das Honorar für seine lezte botanische Schrift (F. S. Voigt "Darstellung des natürlichen Pflanzensystems von Jussieu", Ruppert 5204) für jetzt versagt und der Vater ihm außer Kost und Wohnung jährlich nur 50 Reichstaler gebe, sei F. S. Voigt sehr bedrängt. K. unterstützt dessen Bitte um die Zusicherung der Schelverschen Stelle auf Ostern. - Bedauern über G.s Mitteilung, erst mit dem gänzlichen Abzuge der Franzosen herüberkommen zu wollen; es seien noch 50 bis 60 schwer Blessirte im Schloß (vgl. RA 5, Nr. 605). - Bitte um einige Bogen von G.s "Farbenlehre" (didaktischer Teil). - Aus Nürnberg habe K. Briefe, daß sich in dortigen Gegenden auch ein Aufstand, wegen der Konskription, erzeugt. Kritische Bemerkungen zur neuen Baierischen Regierung daselbst. Man habe die wenigen Bäume in der Stadt gefällt und die alte Kapelle bei St. Lorenz niederbrechen lassen!!
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