Brief
An Johann Friedrich Cotta (24. April 1806)
Erlauben Sie mir noch eine besondre Bitte bey dieser Sendung hinzuzufügen. Ich habe seit einiger Zeit eine Sammlung sogenannter Autographen angelegt, daß ich nehmlich suche und wünsche von Bedeutenden Männern der gegenwär tigen und vergangenen Zeit ein eigen händig gGeschriebenes zu erhalten und zu besitzen; besonders in dem löblich pädagogischen Zweck meinen Knaben durch diese sinnlichen Zeugnisse auf bedeutende Männer der Gegenwart und Vergangenheit aufmerksamer zu machen, als es die Jugend sonst wohl zu seyn pflegt.
Sie könnten mir daher eine beson dre Gefälligkeit erzeigen, wenn Sie ein Stammbuch, es wäre gebunden oder in Blättern, dergleichen auf Acade mien immer zu finden sind, anschaf ten und die würdigen Männer um sich her; in Stuttgart und sonst in Schwaben um die Einzeichnung ei nes freundlichen Wortes und ihrer Nahmens Unterschrift, in meinem Nahmen ersuchten. Sonst war es hergebracht, daß Reisende dergleichen Bücher mit sich herumführten; wa rum sollte man sich nicht auch der gleichen aus der Ferne erbitten dür fen?
Könnten Sie mir auch außerdem noch alte Stammbücher um einen proportionirten Preis verschaffen; auch Briefe und was sich sonst für Denkmähler der Handschriften ge lehrter und bedeutender Männer vo riger Zeiten vorfinden; so ge schähe mir ein besonderer Gefallen. Ein Blättchen von der Handschrift Herzog Carls würde ja auch wohl irgend zu haben seyn. G
Verzeihung! G
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