Brief

Von Minna Charlotte Burgdorf (15. Dezember 1798)

Flehentlicher Bittbrief, ihr Engagement vorläufig aufrechtzuerhalten, ihr eine letzte Chance in einer guten Rolle zu geben und die ihr zugesagten Gelder auszuzahlen. Andernfalls möge G. eine ihrer Engagementszeit gemäße Summe bewilligen. Ausführliche Darstellung ihrer bedrängten Lage: G.s anfängliche Zufriedenheit, die Trennung von L. Burgdorf, ihre Hoffnung auf ein längeres Engagement, ihr mißlungenes Debüt und die ihr durch G.s gütige Zuschrift eröffnete Aussicht, die Gunst der Zuschauer in kleineren Rollen wieder zu gewinnen, sowie die Zerstörung aller Hoffnungen, vor allem durch F. Kirms' Absicht, die Zusage des Engagements zurückzunehmen. Ihren Mißerfolg beim Publikum führt B. zum Teil auf den Unterricht bei C. Schröter zurück; Vergleich mit Euphrosyne (C. L. A. Becker). Sie bittet so lange bleiben zu dürfen, bis sie ein anderes Engagement gefunden bzw. bis sich ihre Familienverhältnisse geklärt haben.

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