Brief

An Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (5. Mai 1806)

Eine Sendung, die heut an Sie abgeht, muß ich doch auch mit ei nigen Worten begleiten und Ihnen von meiner Seite für die Mittheilung so angenehmer und lehrreicher Bilder meinen lebhaf ten Dank sagen. Fahren Sie ja fort uns von Zeit zu Zeit ei niges zu senden: denn noch zuletzt haben Sie durch die Schatz gräber und Hexenmeister mir und allen Kunstfreunden ein gro ßes Vergnügen gemacht. Auch ist Ihre Entwickelung dieses schätz baren Bildes erfreulich und gut gerathen und es wird mir eine frohe Stunde machen wenn ich nächstens daran gehe und Ihnen auch noch einige Worte darüber sage. Eigenhändige Radirungen vorzüglicher Künstler schätze ich sehr hoch, wie Sie es thun und aus eben denselben Ursachen Auch sind sie noch fast das einzige, was ich anschaffe. Von Bamboccio, den ich höchlich verehre, habe ich nur ein ein ziges Blättchen, da er doch etliche dreyßig radirt hat. Vielleicht verschaffen Sie mir gelegentlich eins oder das andre. Ich will die Auslage sogleich mit Dank ersetzen. Und so sag’ ich hiermit das beste Lebewohl, in Hoffnung eines baldigen Anlasses zu mehrerer vergnüglichen Mittheilung Weimar den 5 May 1806. Goethe

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