Brief
Von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (29. März 1806)
Erläuterung von T.s Ansicht, daß Gelegenheits Bilder meist mehr geistigen Inhalt aufweisen als die der Kunstgeschickligkeit wegen gemalten. - Beschreibung eines Bildes, das eine Szene während der Rast vor einer Schenke darstellt (von M. Scheits). Ein anderes Bild, "Die Schatzgräber" (von S. Rosa), sei so deudlig, das alles darauf ist was Wörder nur sagen könen, Laut, und Geruch. Ein weiteres Bild zeige eine kleine Bauren Schencke mit ihren Gästen beim Politisieren (von A. van Ostade; vgl. RA 5, Nr. 444). Landschaftsgemälde von de Fries (? R. van Vries) seien in der Gestaltung von Naturgegenständen von erstaunlich angenehmem Effekt. T. bemerkt die Unzulänglichkeit seiner Bildbeschreibungen. Er wolle Zeichnungen von Bildern schicken, die einen andern inhalt haben, als das sie nur bilder sind. G. könne besser als er etwas zum Vorteil der Kunst darüber sagen.
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