Brief

Von Friedrich Schiller (30. Juli 1800)

Da C. G. Körner nicht nach Lauchstädt komme, werde S. auch nicht dorthin reisen, was ihm seines schlechten Gesundheitszustandes wegen nur angenehm sei. Die Freiheit, die sich G. bei der Bearbeitung von Voltaires "Tancred" nehme, weise darauf, daß wir noch einen Schritt weiter vorwärts kommen werden als beim Mahomet. G.s Absicht, Chöre zu verwenden, werde auf dem Theater ein wichtiges Experiment machen. - S. hofft, bei G.s Rückkehr das fertige Schema von der "Jungfrau von Orleans" vorzulegen und sich G.s Beistimmung zu versichern. In diesen lezten Tagen hat mich der Schluß meiner Gedichtsammlung (1. Teil, Leipzig 1800) noch beschäftigt. Sie werde auch die Stanzen über den Mahomet ("An Goethe, als er den Mahomet von Voltaire auf die Bühne brachte") enthalten, und G. könne sich fertige Druckbogen von J. C. G. Göpferdt kommen lassen. - Dank für das von F. Kirms übersandte Honorar für die Aufführung der "Maria Stuart". - Über den Besuch von J. C. Mellish, der von dem lustigen Leben des Hofes in Wilhelmsthal erzählt habe.

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