Brief

An Elisabeth Jacobi (1773)

Den letzten Tag im Jahr. Um um um! herum um um! ists nun. Lassen Sie Sich s das nächste auch wohl seyn, und rechnen Sie mich zu Ihrer Welt, wie ich Sie zu meiner, und so bleibts vice versa im alten. Welches ich herzlich gern habe, dass niemand mercke, dass Vergänglichkeit überall die Nase im Spiel hat. Auf s neue Jahr haben sich die Aussichten für mich recht Raritätenkasten mässig aufgeputzt. Max la Roche heurathet hierher. Ihr künftiger scheint ein Mann zu seyn mit dem zu leben ist und also heysa!! wieder die Anzahl der lieben Geschöpfe vermehrt, die nichts weniger als geistig sind, wie Sie freylich vermuthen mussten . Denn unter uns, weils so eine gar missliche Sache auf der Erde mit Bekanndtschafften Freund und Liebschafften ist, dass, meynt man offt man habs an allen vier Zipfeln pumps reist der Teufel ein Loch mitten drein und alles verschütt'. Wie mirs noch neuerdings gangen ist, das mich sehr verdrossen hat. Und also auf mein Wort zu kommen, binn ich weit geschäfftiger zu suchen wo was liebs freundlichs und guts stickt als bisher, und guten Humor weil ich allerley unvermuthetes finde pp dass ich einigemal auf dem Sprunge gestanden habe mich zu verlieben. Davor doch Gott seye. Auf allen Fall aber sich ereignenden Unglücks sogleich Mamagen überschrieben werden soll. Wie schön ich Zeit her gezeichnet habe mag nicht sagen, weil ich noch in ansehnlichem Rest stehe. Und dann ist der Schildrer der die Han. Lotte zeichnete einer der sich drauf versteht. Sie ists von Kopf zu Fusse, nur dass ich s nicht so im Detail hätte herbeten können, das macht ich war in s Ganze so verliebt, und Gott hat gewollt dass ein Liebhaber ein schlechter Beobachter seye. An der Rezens. binn ich so unschuldig wie ein Kind, und diesmal haben Sie Gespenster gesehen, weil sie sie suchten. Ich schickte es der Tante viel Grüsse, ich wollt ihr schreiben, kann mir aber kein Bild von ihr machen wie sie zu düsseldorf träg faul, und schnupfenhaftet ist, da lässt mich mein dramatischer Genius stecken. eigentlich dass Sie über mich lachen sollten. Ich hatte der Tante geschrieben, wie ich den Deinet gehezzt habe, und würcklich, ich hoffte er sollte sich prostituiren, und siehe da er ist so höflich wie ein Hündlein. Auf mein Wort, von mir ist kein Milch und Gall Tropfen drinn. Gott vergelts dem Hauptm. Dobel dass er Ihnen durch diese Finsterniss und trübseelige Zeit durchhaudern hilft. Doch er hat seinen Lohn dahin. Auf Fassnacht bleibts dabey kommt was angefahren. Und so Adieu. Nimmt der Kleine wohl zu. Ach liebe Frau seit drey viertel Jahren hab ich drey vier Paare verheurathet, und noch will mir niemand gute Hoffnung melden G.

Bezüge im Wissensnetz

Hat Sprache (1)

GZP-Knowledge-Graph
  • Deutsch

Wurde abgesendet von (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wurde gesendet an (1)

GZP-Knowledge-Graph

Ist Antwort auf (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wurde abgesendet aus (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wird angeführt von (1)

GZP-Knowledge-Graph

Hat Zeitspanne (1)

GZP-Knowledge-Graph

Kategorie (1)

GZP-Knowledge-Graph
  • Brief und Korrespondenz

Teil von (1)

GZP-Knowledge-Graph
Cookie-Einstellungen