Brief
Von Marianne Meyer (Eybenberg) (2. Februar 1796)
Überschwenglicher Dank für G.s lieben herzlichen Brief, und für den Ring. Krankheit habe M. bisher am Schreiben gehindert. Die Hemd Nadel und die Haare seien mit voriger Post an G. gesandt worden. Auch U. Boners "Fabeln aus den Zeiten der Minnesinger" (Ruppert 774) solle G. bald erhalten. - Auf G.s Frage, ob M. in den "Horen" etwas für sie Erfreuliches gefunden habe, könne sie Schillers Abhandlungen "Über das Naive" und "Die sentimentalischen Dichter" im 11. und 12. Stück von 1795 nennen. Auch G.s "Märchen" habe ihr Freude bereitet, obwohl sie nicht hinter den verborgenen Sinn gekommen sei und deshalb um Aufklärung bitte. - Bedauern, daß der 4. Band von "Wilhelm Meisters Lehrjahren" nicht vor Herbst erscheinen werde, und dringende Bitte, daß G. nach Karlsbad kommen möge. K. G. von Brinckmanns Brief über das 6. Buch von "Wilhelm Meisters Lehrjahren" werde M. nächstens schicken. Negative Charakterisierung Brinckmanns. - Die Epigrame seien M. sehr willkommen gewesen. Frage nach der Bedeutung der zwey orangen und Rosen in G.s Gedicht "Der Besuch". Erneute Bitte um M.s blättchen aus dem Stambuche. - K. J. K. M. Matthaei, der eine Ehrliche Seele sei, habe M. besucht.
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