Brief
Von Johann Gottlieb Samuel Karl Heun (1. Oktober 1803)
G. habe ihm bei seiner neulichen Anwesenheit in Weimar (am 17. September) gesagt, daß seine, gleich bei Eröffnung des Geschäfts, vorgelegten Privat-Gesuche erst dann in Erwägung gezogen werden könnten, wenn er seinen Wohnsitz gänzlich in die hiesigen Lande verlegte. H. habe hierfür Verständnis. - Bei der JALZ würden sich dadurch Schwierigkeiten ergeben, daß die Herausgeber der halleschen ALZ (C. G. Schütz und Bertuch) den Honorarsatz auf 20 Reichstaler pro Bogen bestimmt hätten, während der hiesige Satz 17 1/2 Reichstaler betrage. Man werde wenigstens für zwei Drittel der Rezensenten den Satz auf die gleiche Höhe bringen müssen, wodurch der Kasse mehrere 100 Taler verlorengehen würden. Außerdem seien dem bisherigen Unternehmen nach und nach so hohe Lasten aufgebürdet worden, daß bei einem angenommenen Absatz von 1500 Exemplaren H.s Anlagekapital von 10 000 bis 12 000 Reichstalern keine Zinsen abwerfen würde und er zufrieden sein müsse, das Kapital nicht selbst zu riskieren. Im Vertrauen auf die Briefe seines Freundes Eichstädt und G.s Zusicherungen habe er jedoch muthvoll die Hand zu diesem, an sich, in kaufmännischer Hinsicht itzt so gewagten Unternehmen geboten. Er lege ein Gesuch an Herzog Karl August bei, dessen Erfüllung ihn für die fast sicher vorauszusehende Hergabe seines Kapitals ohne den mindesten pekuniairen Vortheil entschädigen könne. Erläuterung zu dessen Inhalt (vgl. RA 4, Nr. 1018, RA 4, Nr. 1038 und RA 4, Nr. 1040).
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