Brief
Von Marianne Meyer (Eybenberg) (11. März 1797)
Haben Sie Dank [...] für Ihren lieben Brief, für die Wunderschöne Elegien! (? Elegie "Hermann und Dorothea" Das Gedicht [...] ist ganz im Geist der Alten, [...] mit welcher Grazie führt Ihr tiefer und feiner Kunstsinn, immer wieder auf die Natürlichsten und schönsten Empfindungen des Menschen zurück. - Mit welcher Edlen Größe rügen Sie das Unrecht daß man Ihnen thut [...]. G. erscheine als großer Mensch ganz wie er sei, das müste eigentlich die Armen Richter in den staub stürzen. M. verlange sehr, das Epos "Hermann und Dorothea" zu erhalten, denn Sie versprachen mir, daß dem mir jezt zugeschickten, bald mehr nachfolgen soll. Entschuldigung für M.s langes Stillschweigen. Ende April wolle M. über Dresden nach Karlsbad, anschließend nach Teplitz und Pyrmont reisen, vielleicht nach geendeter Kur nach Italien. Nach Berlin wolle sie nicht zurück: die Luft und der Geist behagt mir nicht hier. M. sei jedoch auch zu jeder Änderung bereit, falls sie dadurch Gelegenheit erhalte, ihren sehnlichen Wunsch zu erfüllen, G. wiederzusehen. - G.s Wunsch gemäß folgt eine ausführliche, vorwiegend kritische Beurteilung Ifflands. J. F. F. Fleck habe sich während Ifflands Anwesenheit ein paarmahl recht zusamen genomen und gezeigt, welch vorzügliches Talent er besitzt. - R. Levin sei dankbar für G.s Andenken und werde demnächst selbst schreiben, wie sehr sie G. ergeben sei.
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