Brief

Von August Wilhelm Schlegel (10. Juni 1798)

S. bedauert, daß er vor seiner Abreise G. nicht habe sprechen können. - Er habe J. L. Tieck aufgemuntert, G. seinen Roman "Franz Sternbalds Wanderungen" (Berlin 1798) zu schicken. Zugleich übersendet S. einige kleine Gedichte von Tieck für Schillers "Musenalmanach". S. selbst werde diesen Sommer kaum etwas dichten können, zumal sein Mißverhältnis zu Schiller immer noch bestehe. - Von Zelters launiger Komposizion des Zauberlehrlings hat Ihnen mein Bruder schon geschrieben (vgl. RA 2, Nr. 1310). Zelters Bekanntschaft habe für S. etwas eigenthümlich anziehendes, weil er wirklich zugleich Maurer und Musiker sei. Näheres darüber. - S. sei in Berlin mit Gelehrten, Künstlern, Jüdinnen, Geheimeräthen und Schauspielern bekannt geworden. Abfälliges Urteil über die Berliner Gelehrten. Über S.s Besuche bei F. Nicolai, M. Meyer und K. F. von Berg; ich habe etwas gegolten, weil ich Sie zuletzt gesehen hatte, und von Ihnen erzählen konnte. - Über das Theater wolle er G. nächstens ausführlicher schreiben. Iffland sei mit einem neuen Stück (? "Der Spieler") beschäftigt und wolle "Hamlet" in S.s Übersetzung auf die Bühne bringen. Ankündigung des 3. Bandes seiner Shakespeare-Übersetzungen (vgl. Ruppert 1522) und des 2. Stücks des "Athenäum" (Ruppert 278). S. bitte J. H. Meyer, etwaige Versehen in J. D. Fiorillos "Geschichte der zeichnenden Künste" (vgl. Ruppert 2401) nicht zu scharf zu rügen (vgl. "Allgemeine Literaturzeitung" 1799; auch RA 2, Nr. 1343).

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