Brief
Von Friedrich Schiller (27. April 1798)
Zur beiliegenden Antwort Cottas auf S.s Anfrage hinsichtlich der geplanten "Propyläen": Daraus gehe hervor, daß Cotta angesichts des vorwiegend kunstwissenschaftlichen Inhalts ein zu eingeschränktes Publikum fürchte. Da diese Befürchtung berechtigt sei, zugleich aber von dem Plane des Werks nichts erlassen werden könne, schlage S. vor, Cotta zum Ausgleich G.s nächstes Werk, z. B. den "Faust", zu versprechen. Über mögliche Honorarforderungen G.s. - Auch Ifflands Erfolg im "Pygmalion" (von Rousseau, Musik von G. A. Benda) bei seinem Weimarer Gastspiel werde S.s negatives Urteil nicht ändern. - Obwohl S.s Gesundheit besser geworden sei, könne er noch immer nicht arbeiten. Über die erneute Lektüre Homers: Man schwimmt ordentlich in einem poetischen Meere [...]. Die Auffassung, die Gesänge seien verschiedenen Ursprungs (vgl. F. A. Wolf "Prolegomena ad Homerum", Ruppert 1300), komme S. nothwendig barbarisch vor. - Zu einer unleserlichen Stelle über den französischen Nationalcharakter im Brief W. von Humboldts an G. (RA 2, Nr. 1240).
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