Brief
An Johann Christian Mannlich (27. Juni 1806)
Hochwohlgeborner, Insonders hochzuehrender Herr,
Mit Ew. Hochwohlgebornen Schreiben sind zugleich die Medaillen angekommen, die ich zwar nicht gesehen habe, weil ich mich in Jena auf der Reise nach Carlsbad befinde. Doch höre ich viel Gutes davon und bin Ew. Hochwohlgeb aufs Höchste für diese Gefälligkeit verbunden. Die Ausla ge soll sogleich dankbar erstattet werden. Möchten Sie fortfahren dergleichen Commissionen nach Rom auch für die Zukunft zu ertheilen, so würden Sie mich sehr verpflichten.Möge doch Ihre Gegend bald zur Ruhe und das schöne Reich Ihres Königs zur völli gen Consistenz kommen. Ich habe manches, worüber ich mit Ihnen conferiren möchte besonders über Ihre Gedan ken von Provinzialgallerieen. Doch wie darf man an so schö ne Institute bey dem allzusehr schwankenden Boden gegen wärtig denken.Mich hochachtungsvoll und dankbar em pfehlend
Ew Hochwohlgeb
Jena den 27 Junius 1806.
ganz gehorsamsten Diener
Goethe
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