Werk
Das Lumpengesindel
Zeit- und Sachbezug: Der Tierschwank stammt "aus dem Paderbörnischen" (Fam. Haxthausen). – Inhalt: Ein Hahn und ein Huhn nehmen unterwegs eine Ente, eine Steck- und eine Nähnadel auf - allesamt sind der menschlichen Sprache mächtig - und fahren gemeinsam in ihrem Wagen aus Nussschalen. Als sie bei einem Haus ankommen und dort um Kost und Logis bitten, ist der Gastwirt erst skeptisch, willigt jedoch ein, als Hahn und Huhn ihm die Ente und ein Ei versprechen. Am nächsten Morgen verschwinden die Tiere, prellen die Zeche und lassen die Stecknadel im Handtuch und die Nähnadel im Sessel als böse Überraschungen stecken. Der Wirt nimmt sich vor, künftig kein "Lumpengesindel" mehr aufzunehmen, das seine Rechnung nicht begleicht. – Überlieferung: In den KHM an Stelle 10, laut Märchenindex ATU 210. Bildliche Darstellungen ab Ende des 19. Jh.s von O. Herfurth, J. Hegenbarth und H. Vogeler; von Janosch parodiert.