Werk
Der hessische Landbote
Inhalt: Verfasst von Büchner, überarbeitet von Weidig, sollte die Schrift die niederen Bevölkerungsgruppen zur Durchsetzung notwendiger Umänderungen anstiften und ihre Ausbeutung beenden. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich werden von Verweisen auf die Bibel, zeitgenössische Steuerstatistiken, Antithesen, Exkursen über die Französische Revolution, abwertenden Bemerkungen über die Verfassungen der deutschen Kleinstaaten und einem Aufruf zur Volkserhebung begleitet
Zeit- und Sachbezug: Büchner greift in dem achtseitigen revolutionärem Pamphlet die sozialen Missstände seiner Zeit auf.
Überlieferung: Erste Exemplare wurden in der Nacht zum 31. Juli 1834 heimlich im Großherzogtum Hessen-Darmstadt verteilt. Die Zensurbehörden konnten einige der Urheber festnehmen: Büchner floh nach Straßburg, Weidig kam ins Gefängnis, wo er verstarb. Büchners Original ist nicht überliefert. Erster vollständiger Druck erfolgte 1877. Gehört zu den wenigen großen Zeugnissen politischer Publizistik und Agitiation in Deutschland. Bis heute bekannt ist der Aufruf: „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“. Andreas Urstadts moderne Version von 2014 macht auf die nach wie vor bestehende soziale Ungleichheit aufmerksam.
Bezüge im Wissensnetz
Literatur und Nachweise (11)
DNB-Titeldaten11 Einträge — alle anzeigen →