Werk

Das Bürle

Zeit- und Sachbezug: Nach einer Erzählung "aus Zwehrn". Das Motiv des gewitzten Bauern findet sich bereits in der Antike. – Inhalt: Ein Bauer wird, von den Reichen das Bürle (Bäuerlein) genannt, lässt sich eine Kuh schreinern, die der Hirte mit aufs Feld nimmt, dort aber vergisst. Der Hirt muss dem Bürle daraufhin eine echt Kuh geben. Es will das Fell verkaufen und kehrt unterwegs in eine Mühle ein, vor der es einen Raben mit gebrochenen Flügeln findet. Als es zu schlafen scheint, trägt die Müllerin dem Pfaffen Braten, Salat, Kuchen und Wein auf. Als ihr Mann klopft, versteckt sie alles einschließlich des Pfaffen und sagt, es gebe nur Käsebrot. Das Bürle behauptet, der Rabe sei ein Wahrsager, und entdeckt dem Mann das versteckte Essen. Für die letzte Weissagung handelt er dreihundert Taler aus: Im Schrank sei der Teufel. Der Mann jagt den Pfaffen davon. Die Bauern wundern sich über des Bürles neuen Reichtum. Es sagt, das sei von dem verkauften Kuhfell. Alle schlachten ihre Tiere und bekommen fast nichts für die Felle. Das Bürle soll in einem Fass in den Fluss gerollt werden und der Pfaff ihm die Messe lesen, doch es lockt einen Schäfer an seine Stelle, indem es ihm weismacht, so werde er Schultheiss. Es treibt dessen Herde heim und sagt, die gebe es unter Wasser, worauf sich die anderen ertränken und das Bürle reich ist. – Überlieferung: In den KHM an Stelle 61, laut Märchenindex ATU 1535, 1358 und 1297. Diente als Vorlage für H. C. Andersens Kunstmärchen "Der kleine Klaus und der große Klaus". Bildliche Darstellungen (u.a. von G, Cruikshank) zeigen zumeist das hölzerne Kalb.

Bezüge im Wissensnetz

Adaptionen und Rezeption (2)

GND-Werke

Herausgeber (2)

GND-Werke

Verwandte Werke (1)

GND-Werke

Als Verwandter Begriff beteiligt (1)

GND-Werke

Oberbegriff partitiv (1)

GND-Werke

Beteiligte Person (1)

GND-Werke

Form des Werks und der Expression (1)

GND-Werke

Sprachencode (1)

GND-Werke

Verwandter Begriff (1)

GND-Werke
Cookie-Einstellungen