Werk

Fitchers Vogel

Zeit- und Sachbezug: Nach „zwei Erzählungen aus Hessen“. – Inhalt: Nacheinander werden die drei schönen Töchter eines Mannes durch einen arglistigen Zauberer entführt. Jede bekommt, als der Hexenmeister sein Haus eines Tages verlassen muss, einen Schlüssel und ein Ei zur Aufbewahrung ausgehändigt mit der Auflage, das Ei zu hüten und den Schlüssel, der zu einer Kammer gehört, nicht zu benutzen. Die beiden ersten Mädchen scheitern an dieser Aufgabe und werden in dem Raum, den sie trotz Verbots öffnen, geschlachtet. Das dritte Mädchen ist vorsichtig und kann ihre Schwestern wieder lebend machen. Sie schickt den heimgekehrten Zauberer, der sie nach der vermeintlich bestandenen Prüfung nun heiraten will, mit einem Korb voll Gold zu ihrem Vater, wo jedoch die wiederbelebten Schwestern versteckt sind. Das Mädchen kann als "Fitchers Vogel" entkommen. Unterdessen werden die Hochzeitsgäste ins Haus des Hexenmeisters gelockt, der alsbald auch eintrifft. Zuletzt kommt die Verwandtschaft der Mädchen hinzu und zündet das Haus an, um „den Hexenmeister mitsamt seinem Gesindel“ zu töten. - Ob mit „Fitcher“ nun, wie naheläge, der Hexenmeister selbst benannt wurde, bleibt offen. G.s Anmerkung versucht die Herleitung von „isländ. Fitfuglar = Schwimmvögel“. – Überlieferung: In den KHM an Stelle 46, laut Märchenindex ATU 311 (Rettung durch die Schwester). Vereinzelt bildhafte Darstellungen.

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