Werk

Des Teufels rußiger Bruder

Epoche: Romantik

Zeit- und Sachbezug: Grimms Anmerkung notiert zur Herkunft „Aus Zwehrn“, also von Dorothea Viehmann. Motive aus den nordischen Sagen finden sich ebenso wie Bezüge zu Harsdörfers Mordgeschichten und Arnims "Isabella von Ägypten". Inhaltliche Ähnlichkeiten bestehen zum "Bärenhäuter"-Märchen. – Inhalt: Der abgedankte Soldat Hans begegnet einem Männlein, das ihm Reichtum verspricht, wenn er ihm sieben Jahre lang in der Hölle dient; währenddessen darf er sich nicht kämmen, keine Nägel und Haare schneiden und sich nicht waschen. Als die sieben Jahre enden, rät ihm sein Dienstherr, er solle sagen, er käme vom Teufel, sei dessen rußiger Bruder und König dazu. Hans, der in der Hölle das Musizieren gelernt hat, erhält seinen Lohn und wird Spielmann beim König. Des Teufels Weissagung erfüllt sich, als er die Königstochter zur Braut erhält. Zwar wird die Hölle hier christlichen Vorstellungen gemäß als Schreckensort geschildert, für den kleinen Mann aber ist sie letzte Station sozialer Gerechtigkeit, der Teufel längst entdämonisiert. – Überlieferung: Vermutlich existierten über 180 Varianten des Märchens in Europa, bevor es die Grimms publizierten.

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