Werk
Lebensgeschichte und natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg
Epoche: Aufklärung
Inhalt: Bräker, ein einfacher Tagelöhner, schildert ohne literarische Ambitionen seine entbehrungsreiche Lebensgeschichte: von seiner entbehrungsreichen Kindheit, über sein Schicksal als Soldat, seiner Desertion und Rückkehr in die Heimat, wo er sich eine bürgerliche Existenz aufbaut. Die Schilderung seines Lebensweges, seiner Ehegeschichte, seiner Kindererziehung ist Rechtfertigungsversuch und Mahnung zugleich, sie zeigt einen widerspruchsvollen Menschen: Pietismus und Aufklärung, geistliches und weltliches Denken sind eng miteinander verbunden.
Überlieferung: Die korrigierte Fassung erschien 1788/89 als Fortsetzungstext zunächst in der Zeitschrift "Schweitzerisches Museum", 1789 dann als eigenständiges Buch. Das anhatend hohe Publikumsinteresse führte zu diversen Übersetzungen im 20. Jh. Die Selbstbiografie wird von der Forschung als wertvolles, da seltenes Selbstzeugnis aus den unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen gewertet.
Zeit- und Sachbezug: Lebensbeschreibung nach den Tagebuchaufzeichnungen des Ulrich Bräker.