Werk

Der Bauern-Spiegel

Zeit- und Sachbezug: erster Roman des Pfarrers Albert Bitzius, wobei der Name des Protagonisten sein zukünftiges Pseudonym lieferte. Als Quellen dienen Selbstbiografien einfacher Leute (Prosch, Bräker). – Inhalt: In der fiktiven Autobiografie inszeniert G. anhand der Lebensgeschichte des Bauern Mias ein Gegenbild zum romantisierenden Bauernbild des Biedermeier und prangert Missstände (korrupte Gemeindebeamte, Verdingwesen, Schulsystem) deutlich an. Weder persönliche Selbstverwirklichung noch ästhetisches Bewusstsein bestimmen sein Schreiben, sondern sein Kampf um bessere Schulbildung und soziale Gerechtigkeit, die er als Vikar vergeblich umzusetzen versuchte. G. verwendet im Roman eine ihm eigene Kunstsprache mit integriertem Berndeutsch. – Überlieferung: Das Buch bald nach Erscheinen erfolgreich und vielfach gelesen, eine Neufassung erschien bereits 1839. Geriet allmählich in vergessenheit; wohl auch wegen der nicht-bürgerlichen Herkunft der Hauptfigur.

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