Mit etwa 2500 Goethezeichnungen trägt die Klassik Stiftung Weimar Verantwortung für das einzigartige künstlerische Werk Johann Wolfgang von Goethes. Goethe zeichnete sein ganzes Leben lang. Das Zeichnen gab ihm eine Möglichkeit, die Welt zu begreifen. Denn so vielfältig wie seine Interessen sind auch die Themen seiner Zeichnungen: Landschaften und Städte, aber auch Porträts, Studien des menschlichen Körpers und Rekonstruktionen antiker Architektur. Er skizzierte Wolkenformationen und Gesteine, kopierte Kunstwerke und illustrierte eigene und fremde Dichtungen. Goethes Zeichnungen eröffnen einen unmittelbaren Blick in seine Gedanken- und Bilderwelt. Knapp 2200 Blatt bewahren die Museen, etwa 300 Zeichnungen finden sich auf Dokumenten im Goethe- und Schiller-Archiv. Der Bestand an Zeichnungen Goethes in Weimar ist von außerordentlichem Zeugnischarakter, nicht nur aufgrund seines Umfangs, sondern auch wegen seiner geschlossenen Überlieferung seit Goethes Tod bis heute. In öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit haben sich nach aktuellem Kenntnisstand weiterhin ungefähr 300 Blatt erhalten.
Die letzte Bearbeitung aller Goethezeichnungen – Gerhard Femmels zehnbändiges Corpus der Goethezeichnungen – liegt über 50 Jahre zurück. Dank der großzügigen Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Hermann Reemtsma Stiftung kann die Direktion Museen der Klassik Stiftung Weimar diesen weltweit einzigartigen Bestand nun grundlegend wissenschaftlich erschließen und erforschen. Die vergangenen Jahrzehnte der Goetheforschung, in denen auch wesentliche neue Erkenntnisse zu seinem Kunst- und Naturverständnis gewonnen wurden, finden dabei genauso Berücksichtigung wie die Bezüge der Zeichnungen zu Goethes vielfältigen Interessen- und Beschäftigungsgebieten sowie zu seinen Schriften. Mit dem Projekt wird auch eine Stärkung der öffentlichen Sichtbarkeit und Wahrnehmung dieses großen, zentralen Bestandes der Klassik Stiftung Weimar angestrebt.
Weitere Informationen zum Projekt und Kontaktinformationen finden Sie hier.