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Zeichnung

Allstedt (recto); Porträtskizze (verso)

1778

Inventarnummer
GGz/0112
Inventarnummer
GGz/0112
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:80080

Bleistift, Feder in Schwarz, Pinsel in Grau (laviert) (recto); schwarze Kreide (verso)

Die Vorderseite zeigt eine Ansicht der Stadt Allstedt mit Blick von einem Fenster im Obergeschoss des Amtsgerichtsgebäudes auf den Torbau (ehemals Rhonetor). Am linken Rand ist ein Teil des Turms der Wigberti-Kirche mit der markanten Gaube am Turmhelm zu sehen, vor dem sich ein Fachwerkhaus und eine Mauer befinden. Die Rückseite zeigte die Porträtskizze einer Frau mit leicht geneigtem Kopf und Hut mit breiter Krempe.

Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten. Oben rechts befinden sich Pinselproben.

Das Werk ist von Femmel als Kopie von unbekannter Hand nach einer Zeichnung von Goethe (GGz/0111) eingeordnet worden (vgl. Corpus VIb, S. 121). Die vorliegende Zeichnung unterscheidet sich im Grunde nur durch eine andere Strukturierung von Flächen wie Schatten und Laubwerk sowie einer einfacheren Gestaltung des Kirchturms und einiger Details. Es ist denkbar, dass beide Zeichnungen von Goethe stammen. Tatsächlich sprechen die Pinselproben auf der Vorderseite, die Porträtskizze auf der Rückseite und die weniger prononcierte Ausführung nicht für eine Kopie, sondern eher für eine Vorlage. Möglich wäre, dass Goethe ein Duplikat oder eine sorgfältigere Ausführung erstellen wollte, Repliken finden sich in seinem Œuvre mehrfach. Gestützt wird die Annahme durch die Verwendung des gleichen Papiers für beide Zeichnungen, die Foliohälften zeigen zueinander gehörende Gegenmarken eines Wasserzeichens. Porträtskizzen sind in einigen Zeichnungen Goethes zu finden, darunter auch einige auf den Rückseiten der Blätter. Selten lassen sich die skizzierten Personen identifizieren, teilweise handelt es sich jedoch um Zeichnungen nach Vorlagen (vgl. GGz/1932).

In diesem Fall wäre zu überlegen, ob sich die Erwähnung der Zeichnung in einem Brief an Charlotte von Stein vielmehr auf das vorliegende Blatt bezieht: „Ich zeichnete Ihnen wie beykommt und Frau v. Stubenvoll sagte mir Sie hätten auch in der Stube am andern Fenster gezeichnet. […] Wenn ich frisiert bin und fertig, tusch ich erst das gestrige aus und dann ist unten am Teich ein besonder schön Fleckgen, das ich zu erhaschen suchen will.“ (WA IV 3, S. 242 / Online-Edition: GB 3, Nr. 392, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR392_0 (Version vom 02.09.2024)). Möglicherweise ist die Entstehung einer Kopie auch im Kontext der Schenkung der im Brief benannten Zeichnung an Charlotte von Stein zu betrachten.

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

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Material (3)

Goethe-Texte
  • 206
  • 334
  • Bleistift, Feder in Schwarz, Pinsel in Grau (laviert) (recto); schwarze Kreide (verso)

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