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Zeichnung

Dorfbrand

1776

Inventarnummer
KK 1325
Inventarnummer
KK 1325
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:512762

Graues Papier; Schwarze Kreide, Weißhöhung mit Kreide

Die Zeichnung gehört zu den Brandzeichnungen Goethes (GGz/0033, GGz/1286).

Das Blatt zeigt einen Dorfbrand mit einer Gruppe von Häusern, Rauchschwaden und Schutt sowie einigen Figuren, die mit der Löschung des Feuers beschäftigt sind.

Die Rauch andeutenden Spuren weißer Kreide werden insbesondere in der UVFC-Aufnahme sichtbar. Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten. Ein Einstichloch befindet sich oben mittig, unten sind in der Mitte zwei Einstichlöcher zu sehen.

In den frühen Weimarer Jahren erlebte Goethe eine Reihe von Brandfällen, zu denen er als Begleiter oder Vertreter des Herzogs reisen musste. In den Tagebüchern der Jahre 1776 bis 1780 werden siebzehn Brandfälle erwähnt, wobei sich die Darstellung nicht eindeutig einem der Brände zuordnen lässt. Im Tagebuch finden die ‚Feuerzeichnungen‘ am 2. Juni 1776 Erwähnung (WA III 1, S. 40 / Online-Edition: GT I, 2.6.1776 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0059 (Version vom 02.09.2024)), die wohl aus den Eindrücken vom Brand in Utenbach am Tag zuvor entstanden (WA III 1, S. 40 / Online-Edition: GT I, 1.6.1776 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0058 (Version vom 02.09.2024)). Die Zeichnungen GGz/1286 und KK 1325 könnten in diesem Zusammenhang entstanden sein. Aus den Briefen an Charlotte von Stein vom 3. und 7. Juni geht hervor, dass die ‚Feuerzeichnungen‘ in ihrem Haus, in dem Goethe in der Brandnacht übernachtete, verblieben seien (WA IV 3, S. 73 / Online-Edition: GB 3, Nr. 122, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR122_0 (Version vom 02.09.2024); WA IV 3, S. 76 / Online-Edition: GB 3, Nr. 125, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR125_0 (Version vom 02.09.2024)). Schon im Haus seines Vaters begegneten ihm die ‚Feuersbrünste‘ von Johann Georg Trautmann (KK 4189), in denen der starke Hell-Dunkel-Kontrast brennender Dörfer bei Nacht eine hohe Dramaturgie erzeugt. Anknüpfend an den Bildtypus der Brandstücke der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, lassen sich Trautmanns Darstellungen keinen konkreten Ereignissen zuordnen (vgl. Kölsch 1999, S. 100-101; Ausst.-Kat. Hamburg 2018, S. 266). In ‚Dichtung und Wahrheit‘ schreibt Goethe, Trautmann habe „sich den Rembrandt zum Muster genommen und es in eingeschlossenen Lichtern und Widerscheinen, nicht weniger in effektvollen Feuersbrünsten weit gebracht“ (WA I 26, S. 40). Goethes Brandzeichnungen erscheinen im Vergleich zu Trautmanns dramatischen Darstellungen eher nüchtern.

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

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