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Zeichnung

Die Kegelbrücke in Weimar

1780

Inventarnummer
KK 1324
Inventarnummer
KK 1324
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:502612

Bleistift, Feder in Grau, Pinsel in Grau und Braun (teilweise laviert); Rahmenlinie mit Feder in Grau

Aufgrund seines Motivs wird das Blatt der Gruppe von Zeichnungen zum Park an der Ilm in Weimar zugeordnet.

Dargestellt ist die Kegelbrücke am Weimarer Schloss. Der Blick ist nach Norden gerichtet, der Standpunkt an der nördlichen Spitze der Sterninsel ist leicht erhöht. Im Vordergrund teilt eine kleine Insel den Verlauf der Ilm, im Mittelgrund ist am linken Ende der Brücke die Burgmühle und das Wehr zu sehen. Der Ettersberg ist im Hintergrund zu erkennen.

Die Zeichnung ist mit Bleistift, Feder in Grau, sowie Pinsel in Grau und Braun sorgfältig ausgeführt. Eine Rahmenlinie ist mit Feder in Grau gezeichnet, aber teilweise überschnitten. Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und weist an allen Seiten mittig Einstichlöcher auf.

Insbesondere in den Partien im Mittel- und Hintergrund setzen sich die Konturen aus Reihen von Punkten oder kurzen Strichen zusammen, wie beispielsweise in der Spiegelung des Wassers. Ähnliches ist in der Zeichnung ‚Felshang an der Floßbrücke im Weimarer Park‘ (KK 1322) zu beobachten. Münz hält die Zeichnung für überarbeitet (vgl. Münz 1949, S. 119), während Femmel eine Einflussnahme durch Georg Melchior Kraus annimmt (vgl. Corpus VIb, S. 20). Dieser stellt in zwei Zeichnungen vergleichbare Blickachsen von 1789/90 und 1801 (KHz/00867) dar, wobei der Bildausschnitt jeweils weiter gefasst ist. In der Zeichnung ‚Ansicht der Kegelbrücke mit Burgmühle und Architekturskizzen (recto); Ruine des abgebrannten Schloss Schönburg (verso)‘ (KHz/01643) ist links am Ilmufer ein Teil des 1774 abgebrannten Weimarer Schlosses zu sehen. Im Vergleich fällt auf, dass in Goethes Zeichnung die Ausrichtung des Wehrs verschieden ist und nicht der realistischen Ansicht entspricht. Femmel datiert Goethes Zeichnung in die Zeit zwischen 1779 und 1780, basierend auf der Vermutung, Goethe habe die Zeichnung der Herzogin Luise geschenkt (vgl. ebd.). Schenkungen dieser Art sind zwar in Briefen an Charlotte von Stein vom 7. September 1779 (WA IV 4, S. 58-59) und 4. März 1780 (WA IV 4, S. 188-189) erwähnt, die dort als „Zeichnung“ oder „Landschaft“ bezeichneten Geschenke lassen sich jedoch nicht eindeutig einem Objekt zuweisen. Das Blatt stammt aus der ehemaligen Großherzoglichen Sammlung, allerdings lässt sich durch die Bestandsverzeichnisse kein Besitz durch die Herzogin nachweisen. Insofern ist die Datierung zu hinterfragen. Im Zusammenhang mit den Darstellungen von Kraus ist eine spätere Datierung des Blattes denkbar. Das dargestellte Areal zeigt den nördlichsten Abschnitt des Herzoglichen Parks, in dem unter Herzog Carl August zwar Veränderungen vorgenommen wurden, der weniger Teil der eigentlichen Parkgestaltung war.

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

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