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Zeichnung

Felshang an der Floßbrücke im Weimarer Park

1778 - 1779

Inventarnummer
KK 1322
Inventarnummer
KK 1322
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:502611

Rötel, schwarze Kreide, Feder in Grau, Pinsel in Grau (teilweise laviert), Umrisslinie mit Feder in Schwarz

Aufgrund seines Motivs wird das Blatt der Gruppe von Zeichnungen zum Park an der Ilm in Weimar zugeordnet.

Dargestellt ist der Felshang an der Westseite des Parks. Im Vordergrund befindet sich eine Weggabelung, die links zur Floßbrücke führt, die jedoch nur zum Teil zu sehen ist. Die Ilm verläuft im Hintergrund in einer Linksbiegung. Die Ufer des Flusses sowie die Felshänge sind dicht bewachsen.

Die Zeichnung ist mit Rötel, schwarzer Kreide, Feder in Grau, grauer Lavierung und Pinsel in Grau sorgfältig ausgeführt. Eine Rahmenlinie ist mit Feder in Schwarz gezeichnet, aber teilweise überschnitten. Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und weist oben und unten mittig Einstichlöcher auf.

In den Partien im Mittel- und Hintergrund setzen sich die Konturen aus Reihen von Punkten oder kurzen Strichen zusammen, wie beispielsweise in der Spiegelung des Wassers. Ähnliches ist in der Zeichnung ‚Die Kegelbrücke in Weimar‘ (KK 1324) zu beobachten. Die Floßbrücke weist auf den Standpunkt des Betrachters bei der Felsentreppe hin, den Blick dabei nach Süden gerichtet. Goethes Zeichnung ‚Felsentreppe im Weimarer Park‘ (GGz/1923) zeigt die gegenüberliegende Ansicht nach Norden. Die Aquarellstudie zur Felsentreppe von Georg Melchior Kraus (KHz/01633) zeigt im Vordergrund eben jene Felsformation aus Goethes Zeichnung, von der anderen Seite. Da die Gestaltung der Felsentreppe als einer der ersten Maßnahme im Zuge der Umgestaltung des Herzoglichen Parks durch Goethe und den Hofgärtner Carl Heinrich Gentzsch erst im Januar 1778 begann, und der Ort im Zusammenhang mit dem Freitod der Weimarer Hofdame und Schauspielerin Christine Henriette Sophie von Laßberg ausgewählt wurde, ist Goethes Interesse an dem Platz und seiner Darstellungen erst ab 1778 plausibel (vgl. Gutgesell 2023, S. 23) und nicht vorher (vgl. Corpus I, S. 18). Goethes Zeichnung ‚Luisenkloster, Einsiedelei und Floßbrücke im Weimarer Park‘ (GGz/1939), zeigt im Vordergrund den gleichen Hangabschnitt, hier jedoch karg und ohne Baumbestand. Die von Georg Melchior Kraus 1794 veröffentlichte Ansicht ‚Felsen Treppe bey der Stern-Brücke im Herzl. Parck bey Weimar (aus: 'Aussichten und Parthien des Herzogl. Parks bey Weimar', 3. Heft, 2. Blatt)‘ (KGr/03158) scheint zu bestätigen, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein dichterer Baumbestand in diesem Areal vorhanden war. Der frühere karge Zustand wird hingegen durch die Kraus-Zeichnung ‚An der Floßbrücke bei Weimar‘ (Städelmuseum Frankfurt am Main), bestätigt, die den Park vor den Umgestaltungsmaßnahmen zeigt. Die Datierung von Goethes Zeichnung, basierend auf der Arbeit an der Felsentreppe selbst ist zwar naheliegend, allerdings muss auch eine spätere Datierung, in Betracht gezogen werden.

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

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