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Zeichnung

Am Luisenkloster

1777 - 1778

Inventarnummer
KK 1323
Inventarnummer
KK 1323
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:425391

Graues Papier, Untersatz aus Papier (kaschiert); Bleistift, schwarze Kreide, Feder in Grau, Pinsel in Grau (teilweise laviert), Rahmenlinie mit Feder in Schwarz

Aufgrund seines Motivs lässt sich das Blatt der Gruppe von Zeichnungen zum Park an der Ilm in Weimar zuordnen.

Dargestellt ist das Mauerstück einer Ruine mit gotischer Fensteröffnung, in einer baumreichen Umgebung. Rechts im Vordergrund befinden sich große Felsbrocken.

Die Zeichnung ist mit Bleistift, schwarzer Kreide, Feder in Grau, grauer Lavierung und Pinsel in Grau auf grauem Papier ausgeführt. Eine Rahmenlinie ist mit Feder in Schwarz gezeichnet. Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und auf einen Untersatz kaschiert.

Das Ruinenstück wird mit dem Luisenkloster im Weimarer Park in Verbindung gebracht, das im Juli 1778 anlässlich des Festes zum Namenstag der Herzogin Luise durch Goethe und den Hofgärtner Carl Heinrich Gentzsch errichtet wurde. Innerhalb weniger Tage wurde einen Teil der Südmauer des Welschen Gartens und den ungenutzten Pulverturm am Westhang des Parks nahe der Felsentreppe zu einer gothisierten Ruine umgebaut und eine moosverkleidete, strohgedeckte Holzhütte als Einsiedelei errichtet (vgl. Gutgesell 2023, S. 53). Im Vergleich zu anderen Darstellungen des Luisenklosters (GGz/1939 und GGz/1285) fallen jedoch wesentliche Abweichungen auf: Der Glockenturm und die Einsiedelei sind nicht zu sehen, der Mauerabschnitt zeigt nur eine Fensteröffnung, die Baumgruppe im Hintergrund ist kleiner, die Felsen scheinen näher und dichter bewachsen. Gutgesell hält die Zeichnung für ein Capriccio des Luisenklosters, überliefert jedoch auch eine Beschriftung des Blattes, die nicht zu sehen ist (vgl. Gutgesell 2023, S. 57). Die von Femmel vorgeschlagene Datierung um 1777/78 ist im Zusammenhang mit dem Luisenkloster nicht plausibel und kann frühestens 1778 angesetzt werden (vgl. Corpus VIb, S. 18). Stilistisch zeigen sich Gemeinsamkeiten zu den Parkzeichnungen, die andere Abschnitte des westlichen Felshangs ins Bild rücken und aufgrund des dargestellten Baumbestandes wahrscheinlich später zu datieren sind (GGz/1923 und KK 1322).

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

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