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Zeichnung
Die alternden Schwäne
1817
- Inventarnummer
- GHz/Sch.I.292,0711
- Inventarnummer
- GHz/Sch.I.292,0711
- PID
- pid.klassik-stiftung.de/pid/300:28495
Feder in Braun über Graphit, Aquarell darüber schwarze Kreide, rechteckige Umrandung mit Feder in Schwarz, Rahmung in Aquarell
Beschriftung
linke Blatthälfte mit Feder in Braun: Erinnerung an ferne und aus dem Leben geschiedene Freunde. / Eigensinnig sind die Alten, und laßen ihren Sinn nicht lenken, / darum strebe niemand gegen meinen Willen, denn eilig muß ich / vollbringen was ich zu thun noch schuldig bin. Allen meinen lieben / Mädchen die mir hold gelächelt muß ich schriftlich danken. Es / sind deren viele, darum hab ich klug ersonnen und weise beschlossen: / auf dem Eryx=Berg in Cytherens Tempel will ich mich seßhaft machen. / Da soll meine Wohnung seyn. Da will ich meine Post anlegen / Tauben sollen meine Briefe den Liebchen bringen; denn sie sind / leicht, und fliegen schnell in jene Länder wo ich war, und jene hol= / den Mädchen sah. Die Taube fehlt nicht wenn sie sich auch verfliegt, / und das Briefchen einer andern bringt die ich nicht sah, sie aber mich; / denn manche sah ich nur kurze Zeit auf der Stufe als sie in oder aus / dem Tempel ging, manche im Vorbeygehn nur, bey andern weilte / ich lange, mit ihnen wonnevolle Reden wechselnd. Doch gebührt / vor allen andern jener zuerst ein Brief, die mich auf der bunten / Flur die Blumen, mich das Zarte fühlen, das Schöne kennen lehrte. / Eile denn o Täubchen; über den Styx mußt du hinfliegen, in Elysium, / auf blumiger Wiese triffst du sie, denn lange schon hat Artemis / Pfeil sie sanft getroffen. Sage ihr, daß ich es thue was sie so oft mit Huld von / mir begehrt. Ich sollte immer um sie seyn, und wenn du das nicht kannst, so sagte / sie: dann laß mein Bild in deinen Träumen dir erscheinen, und laß mich gegen= / wartig im Fluge deiner Phantasieen seyn. O Täubchen! sag' ihr, daß im / Gedanken ich immer nur und bey ihr sey, und daß, wenn ich auch auf der / Wies' ankomme, ihr mit offnen Armen ich entgegen eile; dann wollen wir / wie zuvor, in's Gras uns setzen, mit einander Blumen pflücken, über / schöner Blum‘ und Blüthen Prachen, wallen wir.
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