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Zeichnung

Allegorie der fünf Sinne

1817

Inventarnummer
GHz/Sch.I.292,0711
Inventarnummer
GHz/Sch.I.292,0711
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:28490

Feder mit Sepia, Pinsel, Aquarell.

Beschriftung

linke Blatthälfte mit Feder in Braun: Die fünf Sinne / Einst wollt‘ ich trinken, hatte mir den Becher mit Bachus Gluth / bis zum Rande vollgeschenkt, und als ich kaum zur Hälfte in dem / vorgesetztem Zuge war, kam Amor, bat um einen Trank. Ich setzte / ab, und reichte ihm den Becher hin. Er trank, und sagte: dafür geb ich dir / ein süß Geschenk; sieh‘ hier meinen Pfeil, Liebesgötter sitzen darauf. / Vulkan, der immer aus Erz sinnig Kunstwerk schafft, hat ihn gebildet, / meine Mutter half ihm bey der Arbeit. Sieh sie sind lebend; der Eine / koset mit Küßen, der Andere schwelgt im Duft der Rosen, der Dritte / schmauset im Erdbeerhain, der Vierte horcht der Nachtigallgesängen zu, / der Fünfte beschaut den Reitz der Grazien die auf seinen Fingerspitzen / tanzen. Und als ich sie genau betrachten wollte, drükte er ihn mir / durch mein Herz, die Liebesgötter glitten ab, blieben darin sitzen, und / bauten da ihre Wohnung mit fünf Pforten auf. Da geht es nun wie / in einem durch Bienen belebten Felsen, die in seinen tiefen Ritzen / ihren Honigstock gelegt, sie fliegen aus und ein, sind emsig, schwärmen / auf den fernen beblümten Fluren, kosten kosend da die Blüthen, kehrend / tragen sie die süße Würze ein, und brüten mir da viele junge Honig= / träger aus.

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