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Zeichnung

Ruine der Burg Ehrenstein bei Remda

1780

Inventarnummer
GGz/1292
Inventarnummer
GGz/1292
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:27883

Untersatz aus Papier, Rahmenlinie mit Feder in Schwarz auf dem Untersatz; Bleistift, schwarze Kreide, Pinsel in Grau (laviert)

Im Vordergrund ist eine strohgedeckte Holzhütte zu sehen, umgeben von Sträuchern, Felsbrocken und einem Zaun. Im Hintergrund ragt auf einer Anhöhe die Ruine der Burg Ehrenstein bei Remda empor.

Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und auf einen Untersatz montiert. Einstichlöcher befinden sich oben und unten mittig im Papier sowie in den Ecken des Untersatzes.

Das Motiv der verfallenen, strohgedeckten Holzhütte, das gegenüber der Burgruine in den Vordergrund rückt, setzt die Zeichnung mit einer Reihe von Landschaften in Verbindung, die in den ersten zehn Weimarer Jahren entstanden. In einem Brief an den Maler Friedrich Müller vom 12. Juni 1780 schreibt Goethe über die Bevorzugung einfacher und alltäglicher Bildgegenstände, die in der vorliegenden Zeichnung zum Ausdruck zu kommen scheint: „Ich meine verfallne Hütten, Höfgen, Strohdächer, Gebälke und Schweinställe. Man ist in glücklichen Stunden oft an solchen Gegenständen vorbeigegangen, findet sie zur Nachahmung immer bereit da stehen, und da man gerne von der Welt und den Prachthäusern in das Niedrige flieht […]“ (WA IV 4, S. 233-234 / Online-Edition: GB 4, Nr. 113, in: http://goethe-biographica.de/id/GB04_BR113_0 (Version vom 02.09.2024)). Das im Hintergrund erscheinende Motiv der Burgruine wurde in einer zweiten Zeichnung aufgegriffen (GGz/1183). Die Zeichnung, die nur den Ausschnitt der Ruine zeigt, ist skizzenhaft mit einer leichten Linienführung ausgeführt und auf die Umrisse beschränkt. Unklar ist, ob es sich um eine vorbereitende Skizze oder eine Replik handelt. In einer dritten Zeichnung (GGz/1184) ist die Ruine von Westen in perspektivischer Verkürzung zu sehen.

Der einzige Nachweis für einen Aufenthalt in Ehrenstein findet sich im Tagebuch am 28. August 1777, der als Anhaltspunkte für die Datierung dient: „Geburtstag mit der schönen sonne so heiter auf dass ich alles was vor mir liegt leichter ansah. Gegen achte weg über Teichreden, Eschdorf, Stadtremda, Ehrenstein, Neu winden, Klein Liebringen, Geilsdorf, Singen, Gräfenau, Wilbach, nach Ilmenau fand den Herzog der schon halb neune angekommen war.“ (WA III 1, S. 44-45 / Online-Edition: GT I, (28.8.1777) (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0419 (Version vom 02.09.2024)).


Provenienz

1832 | Erbschaft von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an seine Enkel Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885), Wolfgang Maximilian von Goethe (1820-1883) und Alma von Goethe (1827-1844) [1].

1885 | Vermächtnis von Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885) an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach [2].

1885 | Stiftung des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].

Quellen zur Provenienz

[1] Testament Johann Wolfgang von Goethes vom 6. Januar 1831: „Ich ernenne meine drey Enkel Walther, Wolfgang und Alma von Goethe zu meinen Universal=Erben [...].“

[2] Testament von Walther Wolfgang von Goethe vom 24. September 1883: "Ich ernenne das Großherzogthum Sachsen - den Staat - zum Erben des, aus dem Nachlaß meines seligen Großvaters des Geheimerathes Johann Wolfgang von Goethe herrührenden, in der Stadt Weimar belegenen Immobiliarbesitzes. [...] Der genannte Erbe erhält weiter: die, ebenfalls aus dem Nachlasse meines Großvaters herrührenden, im Goethehaus verwahrten Sammlungen von Bildern, Medaillen, Mineralien, Kunstwerken aller Art, u.s.w."; Schuchardt 1848/1, S. 265, Nr. 331.

[3] Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach: Stiftungsbrief des Goethe-Nationalmuseums, Wartburg bei Eisenach, 8. August 1885.

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

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