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Zeichnung

Schlossruine

1820

Inventarnummer
GGz/2253
Inventarnummer
GGz/2253

Untersatz aus Papier, Rahmen aus grünem Papier, Rahmenlinien mit Feder in Schwarz auf dem Rahmen; Bleistift, Feder in Braun, Pinsel in Braun (teilweise laviert)

Die Darstellung zeigt eine Schlossruine auf einer felsigen Anhöhe, deren Hauptgebäudeteil noch intakt ist, jedoch vom Verfall gezeichnet und von Mauerresten umgeben ist. Im Vordergrund, am Fuß der Anhöhe öffnet sich im Felsen eine Höhle, aus der ein Reiter mit einem Begleiter heraustreten.

Die Zeichnung trägt eine Unterzeichnung mit Bleistift, die in groben Zügen die Komposition umreißt und mit einer groben Schraffur die Schattierung der Felsen andeutet. Besonders gut lässt sich die Unterzeichnung in der Infrarotaufnahme erkennen. In weiten Teilen ist der Unterzeichnung gefolgt worden, jedoch zeigen sich Abweichungen wie beispielsweise in der unteren rechten Ecke, in der einige der vegetabilen Motive übergangen wurden. Teils wurden mit Bleistift auch über der Pinselzeichnung akzentuierende Linien gesetzt. Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten. Einstichlöcher befinden sich mittig an allen Seiten des Rahmens.

Gerhard Femmel ordnet diese Zeichnung irrtümlich als Vorlage für die Aquatintaradierung von Johann Michael Siegfried Lowe ein (GGz/1251), die als Beigabe der von Friedrich W. Gubitz herausgegebenen Zeitschrift ‚Der Gesellschafter oder Blätter für Geist und Herz. Ein Volksblatt‘ publiziert wurde. Dort heißt es: „Eine Zeichnung von Goethe, möglichst treu nachgeahmt. Das Original besitzt der königliche Regisseur und Schauspieler, Dr. Ph. Wolff.“ (Gubitz 1819, S. 72) Die Angaben zu Provenienz und ‚Treue‘ lassen sich jedoch nicht auf diese Zeichnung beziehen, deren unterer Abschnitt mit der vordergründigen Reitergruppe und Felsöffnung in der Grafik nicht existieren. Eine zweite Zeichnung der ‚Schlossruine‘ (Corpus VIb, S. 54, Nr. 147), die Goethe nachweislich dem Schauspieler Alexander Pius Wolff schenkte, ist demgegenüber eindeutig als Vorlage der Aquatinta zu identifizieren.

Ob die Gruppe aus Reiter und Begleiter einen Bezug zu einer konkreten literarischen Vorlage darstellen ist unklar. In der Verbindung von Fantasielandschaft, Ruinen- und Mittelaltermotiven bietet sich der Vergleich zu Werken wie Friedrich Prellers ‚Ritterkampf am Fuß der Wartburg‘ (KK 8475) oder Moritz Schwinds ‚Gang nach dem Eisenhammer‘ (KK 1258).

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

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Material (5)

Weitere Quellen
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  • Untersatz aus Papier, Rahmen aus grünem Papier, Rahmenlinien mit Feder in Schwarz auf dem Rahmen; Bleistift, Feder in Braun, Pinsel in Braun (teilweise laviert)

Wird dargestellt durch (1)

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