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Zeichnung
Felsen im Fichtelgebirge
1785
- Inventarnummer
- GGz/0131
- Inventarnummer
- GGz/0131
- PID
- pid.klassik-stiftung.de/pid/300:211250
Bleistift, schwarze Kreide (gewischt)
Die Zeichnung entstand wahrscheinlich während Goethes erster Reise ins Fichtelgebirge im Sommer 1785.
Dargestellt ist eine Felsformation im Fichtelgebirge mit einer deutlich sichtbaren Bankung und Klüftung. Die Felsen sind teilweise von Pflanzen überwachsen, über den Felsen sind zwei kleine Nadelbäume angedeutet.
Das Papier ist links, rechts und unten teilweise unregelmäßig zugeschnitten, oben befindet sich die Schöpfkante. Einstichlöcher sind oben und unten mittig zu erkennen.
Eine Identifizierung der dargestellten Felsen, die Wagenbreth als steile Felswand aus dicken, nach rechts geneigten unregelmäßig geschichteten Gesteinsbänken, beschreibt, konnte bisher nicht identifiziert werden. Die Lokalisierung der Darstellung im Fichtelgebirge basiert auf der Verwendung des Papiers mit dem gleichen Wasserzeichen für andere Zeichnungen (vgl. GGz/0109, GGz/0132 und GGz/1097) während der ersten Reise ins Fichtelgebirge, die Goethe vom 30. Juni bis zum 4. Juli 1775 auf dem Weg nach Karlsbad in Begleitung von Karl Ludwig von Knebel unternahm (vgl. Corpus Vb, S. 75). Während gemeinsamer Wanderungen entstanden unter anderem mehrere Zeichnungen von Granitfelsen. Das Thema der Felsformen und Gesteinsklüftungen beschäftigte Goethe seit der zweiten Schweizreise 1779, bei der dritten Harzreise 1784 gelang es ihm durch seine Zeichnungen und Beobachtungen am Granit zu Gesetzmäßigkeiten vorzustoßen (vgl. Wagenbreth 1968, S. 70). Wagenbreth erkennt zudem eine motivische Verwandtschaft zu der Zeichnung einer ‚Felszerklüftung‘ (GGz/1524). Ihm zufolge handle es sich möglicherweise um dieselbe Felsformation, aus der entgegengesetzten Blickrichtung gesehen (vgl. Corpus Vb, S. 75). Während die Zeichnungen keine technischen Gemeinsamkeiten aufweisen, ist der motivische Vergleich wenig überzeugend. Die Erscheinung eines Felsens von der anderen Seite lässt sich nicht sicher bestätigen und der landschaftliche Kontext der beiden Darstellungen weist wesentliche Unterschiede auf. In der Wiedergabe der Gesteinsschichten ist das Blatt den Studien der ‚Granitfelsen der Luisenburg‘ (GGz/0130 und GGz/0132) vergleichbar, insbesondere hinsichtlich der Betonung einzelner Partien (vgl. Oppel, in: Ausst.-Kat. Madrid/Weimar 2008, o. P. Nr. 24).
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Dargestellt ist eine Felsformation im Fichtelgebirge mit einer deutlich sichtbaren Bankung und Klüftung. Die Felsen sind teilweise von Pflanzen überwachsen, über den Felsen sind zwei kleine Nadelbäume angedeutet.
Das Papier ist links, rechts und unten teilweise unregelmäßig zugeschnitten, oben befindet sich die Schöpfkante. Einstichlöcher sind oben und unten mittig zu erkennen.
Eine Identifizierung der dargestellten Felsen, die Wagenbreth als steile Felswand aus dicken, nach rechts geneigten unregelmäßig geschichteten Gesteinsbänken, beschreibt, konnte bisher nicht identifiziert werden. Die Lokalisierung der Darstellung im Fichtelgebirge basiert auf der Verwendung des Papiers mit dem gleichen Wasserzeichen für andere Zeichnungen (vgl. GGz/0109, GGz/0132 und GGz/1097) während der ersten Reise ins Fichtelgebirge, die Goethe vom 30. Juni bis zum 4. Juli 1775 auf dem Weg nach Karlsbad in Begleitung von Karl Ludwig von Knebel unternahm (vgl. Corpus Vb, S. 75). Während gemeinsamer Wanderungen entstanden unter anderem mehrere Zeichnungen von Granitfelsen. Das Thema der Felsformen und Gesteinsklüftungen beschäftigte Goethe seit der zweiten Schweizreise 1779, bei der dritten Harzreise 1784 gelang es ihm durch seine Zeichnungen und Beobachtungen am Granit zu Gesetzmäßigkeiten vorzustoßen (vgl. Wagenbreth 1968, S. 70). Wagenbreth erkennt zudem eine motivische Verwandtschaft zu der Zeichnung einer ‚Felszerklüftung‘ (GGz/1524). Ihm zufolge handle es sich möglicherweise um dieselbe Felsformation, aus der entgegengesetzten Blickrichtung gesehen (vgl. Corpus Vb, S. 75). Während die Zeichnungen keine technischen Gemeinsamkeiten aufweisen, ist der motivische Vergleich wenig überzeugend. Die Erscheinung eines Felsens von der anderen Seite lässt sich nicht sicher bestätigen und der landschaftliche Kontext der beiden Darstellungen weist wesentliche Unterschiede auf. In der Wiedergabe der Gesteinsschichten ist das Blatt den Studien der ‚Granitfelsen der Luisenburg‘ (GGz/0130 und GGz/0132) vergleichbar, insbesondere hinsichtlich der Betonung einzelner Partien (vgl. Oppel, in: Ausst.-Kat. Madrid/Weimar 2008, o. P. Nr. 24).
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
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