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Zeichnung
Granitfelsen am Weißen Fels im Fichtelgebirge
1785
- Inventarnummer
- GGz/0108
- Inventarnummer
- GGz/0108
- PID
- pid.klassik-stiftung.de/pid/300:211246
Bleistift, Pinsel in Braun und Grau (teilweise laviert)
Die Zeichnung entstand während Goethes erster Reise ins Fichtelgebirge im Sommer 1785.
Dargestellt sind Granitfelsen vom Weißer Fels im Fichtelgebirge, mit den für das Gestein typischen Klüftungen.
Das Blatt ist oben und rechts zugeschnitten, links und unten befindet sich die Schöpfkante. In der oberen rechten Ecke sind Pinselspuren zu sehen, auf der Rückseite unten rechts der eigenhändige und korrigierte Vermerk: „Nusshard. d. 1. Juli. [durchgestrichen von Goethe] d. 30 Jun 85.“ Oben ist mittig ein Einstichloch zu erkennen.
Die erste Reise ins Fichtelgebirge war ein mehrtägiger Zwischenstopp vom 30. Juni bis zum 4. Juli 1775 auf dem Weg nach Karlsbad in Begleitung von Karl Ludwig von Knebel. Während gemeinsamer Wanderungen entstanden unter anderem mehrere Zeichnungen von Granitfelsen. Das Thema der Felsformen und Gesteinsklüftungen beschäftigte Goethe seit der zweiten Schweizreise 1779, bei der dritten Harzreise 1784 gelang es ihm durch seine Zeichnungen und Beobachtungen am Granit zu Gesetzmäßigkeiten vorzustoßen (vgl. Wagenbreth 1968, S. 70). Eine Identifizierung der Felsen ist trotz der eigenhändigen Bezeichnung lange nicht gelungen. Wagenbreth bringt die Zeichnung mit der Erwähnung der Granitklippen am Nußhardt in Goethes Notizen zur Reise im Fichtelgebirge in Verbindung (vgl. Corpus Vb, S. 74; vgl. WA II 10, S. 259). Ein Aufruf durch den Fichtelberger Oberforstmeister Anton Böhm im Jahr 1998 in der Zeitschrift ‚Der Siebenstern‘ des Fichtelgebirgs-Vereins erhielt nach kurzer Zeit die aufschlussreiche Antwort, dass es sich um den nördlichsten Eckpunkt der großen Granitfelsengruppe am ‚Weißerfels‘ handelt, die zwischen dem Nußhardt und dem Schneeberg gelegen ist. (vgl. Kahler 1999, S. 363-364). Die Korrektur des Datums vom 1. Juli zum 30. Juni auf dem Blatt deutet an, dass die Kennzeichnung nachträglich hinzugefügt wurde, was die unzutreffende beziehungsweise ungenaue Lokalisierung erklären würde. Allerdings fand der erste Ausflug in die Berge, zum Nußhardt und Schneeberg, laut Knebels Tagebuch und seinen Aufzeichnungen vom 2. Juli 1785 erst am 1. Juli statt (vgl. BuG II, S. 529-530 / Online-Edition: BuG II, BuG02_A_2391 (Ernst Grumach/Renate Grumach), in: http://goethe-biographica.de/id/BuG02_A_2391 (Version vom 02.09.2024)).
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Dargestellt sind Granitfelsen vom Weißer Fels im Fichtelgebirge, mit den für das Gestein typischen Klüftungen.
Das Blatt ist oben und rechts zugeschnitten, links und unten befindet sich die Schöpfkante. In der oberen rechten Ecke sind Pinselspuren zu sehen, auf der Rückseite unten rechts der eigenhändige und korrigierte Vermerk: „Nusshard. d. 1. Juli. [durchgestrichen von Goethe] d. 30 Jun 85.“ Oben ist mittig ein Einstichloch zu erkennen.
Die erste Reise ins Fichtelgebirge war ein mehrtägiger Zwischenstopp vom 30. Juni bis zum 4. Juli 1775 auf dem Weg nach Karlsbad in Begleitung von Karl Ludwig von Knebel. Während gemeinsamer Wanderungen entstanden unter anderem mehrere Zeichnungen von Granitfelsen. Das Thema der Felsformen und Gesteinsklüftungen beschäftigte Goethe seit der zweiten Schweizreise 1779, bei der dritten Harzreise 1784 gelang es ihm durch seine Zeichnungen und Beobachtungen am Granit zu Gesetzmäßigkeiten vorzustoßen (vgl. Wagenbreth 1968, S. 70). Eine Identifizierung der Felsen ist trotz der eigenhändigen Bezeichnung lange nicht gelungen. Wagenbreth bringt die Zeichnung mit der Erwähnung der Granitklippen am Nußhardt in Goethes Notizen zur Reise im Fichtelgebirge in Verbindung (vgl. Corpus Vb, S. 74; vgl. WA II 10, S. 259). Ein Aufruf durch den Fichtelberger Oberforstmeister Anton Böhm im Jahr 1998 in der Zeitschrift ‚Der Siebenstern‘ des Fichtelgebirgs-Vereins erhielt nach kurzer Zeit die aufschlussreiche Antwort, dass es sich um den nördlichsten Eckpunkt der großen Granitfelsengruppe am ‚Weißerfels‘ handelt, die zwischen dem Nußhardt und dem Schneeberg gelegen ist. (vgl. Kahler 1999, S. 363-364). Die Korrektur des Datums vom 1. Juli zum 30. Juni auf dem Blatt deutet an, dass die Kennzeichnung nachträglich hinzugefügt wurde, was die unzutreffende beziehungsweise ungenaue Lokalisierung erklären würde. Allerdings fand der erste Ausflug in die Berge, zum Nußhardt und Schneeberg, laut Knebels Tagebuch und seinen Aufzeichnungen vom 2. Juli 1785 erst am 1. Juli statt (vgl. BuG II, S. 529-530 / Online-Edition: BuG II, BuG02_A_2391 (Ernst Grumach/Renate Grumach), in: http://goethe-biographica.de/id/BuG02_A_2391 (Version vom 02.09.2024)).
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Beschriftung
Rückseite eigenhändiger Lokalisierungs- und Datierungsvermerk: "Nußhardt d. 1. Juli", (gestrichen von Goethe) "d. 30 Jun 85"
Rückseite eigenhändiger Lokalisierungs- und Datierungsvermerk: "Nußhardt d. 1. Juli", (gestrichen von Goethe) "d. 30 Jun 85"
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