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Zeichnung

Gefängnisszene

1780

Inventarnummer
GGz/0118
Inventarnummer
GGz/0118
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209982

Bleistift, Feder in Grau und Schwarz, Pinsel in Grau (laviert)

Die Zeichnung gehört zu den vergleichsweise seltenen figürlichen Darstellungen Goethes und entstand um 1780.

Dargestellt ist der Blick in einen Gefängnisraum. Ein junger Gefangener sitzt angekettet nahe einer Tür, während ein vor ihm sitzender älterer Mann mit Gesten auf ihn einwirkt. Ein junger Mann ist im Begriff, den Raum durch eine Tür zu verlassen.

Die Darstellung ist durch eine differenzierte Lichtführung geprägt: Eine Lichtbahn fällt vom Fenster auf den Gefangenen und hebt ihn als zentrales Motiv hervor. Die zeichnerische Ausführung kombiniert lineare Konturen mit lavierten Partien. Einstichlöcher finden sich oben und unten jeweils in der Blattmitte.

Die Szene wurde sowohl als mögliche Theaterdarstellung als auch als durch reale Beobachtungen angeregte Situation interpretiert. Ein Brief Goethes an Adam Friedrich Oeser vom 10. März 1780 belegt sein Interesse an Gefängnisszenen (WA IV 4, S. 193 f. / Online-Edition: GB 4, Nr. 36, in: http://goethe-biographica.de/id/GB04_BR036_0 (Version vom 02.09.2024)), ebenso ist seine Teilnahme an einer Gefangenenvernehmung in Ilmenau im September 1780 dokumentiert.

Christoph Orth, 2025-06-24
Beschriftung

Rückseite Stempel "GOETHE-NATIONAL-MUSEUM WEIMAR"

Rückseite Stempel "GOETHE-NATIONAL-MUSEUM WEIMAR"

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