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Zeichnung

Porträt Friedrich Hildebrand von Einsiedel (?)

1778

Inventarnummer
GGz/0125
Inventarnummer
GGz/0125
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209943

Bleistift (gewischt)

Die Zeichnung gehört zu den Porträtzeichnungen. In einem Brief vom 15. Januar 1773 an Johann Christian Kestner schrieb Goethe: „Ich binn ietzt ganz Zeichner, und besonders glücklich im Portrait.“ (WA IV 2, S. 52-53 / Online-Edition: GB 2, Nr. 3 (Elke Richter / Georg Kurscheidt), in: http://goethe-biographica.de/id/GB02_BR003_0 (Version vom 02.09.2024)). In den Jahren von 1776 bis 1780 erreichte Goethes Interesse an der Porträtzeichnung einen Höhepunkt. Es entstanden zahlreiche Porträts von Freunden und Bekannten, mit Vorliebe im reinen Profil (vgl. Hecht 1982, S. 90). Das Porträtzeichnen bei gegenseitigen Besuchen und das Verschenken der Porträts verleihen diesen Zeichnungen eine wichtige Rolle im sozialen Gefüge.

Dargestellt ist ein junger Herr, auf einem Stuhl sitzend, ein Buch lesend (oder vorlesend), dessen leicht geneigtes Gesicht durch eine Hutkrempe verdeckt ist. Im Hintergrund (und bisher weitestgehend außer Acht gelassen) ist eine weitere sitzende Person skizzenhaft angedeutet, bei der es sich vermutlich um eine Frau handelt, möglicherweise eine Zuhörerin des Lesenden.

Die Zeichnung ist mit Bleistift ausgeführt und leicht gewischt. Das Blatt hat zwei waagerechte Faltlinien, ober- und unterhalb der Darstellung. Am linken Rand ist es abgetrennt, an den anderen Seiten befindet sich Schöpfkante.

Die verdeckte Ansicht des Gesichtes der ersten und die skizzenhafte Ausführung der zweiten Figur machen eine Identifizierung der Dargestellten schwierig. Wahl schlägt Friedrich Hildebrand von Einsiedel vor, den Kammerherr der Herzogin Anna Amalias (vgl. Wahl 1934, S.569). Die ganzfigurige Darstellung des Sitzenden ist vergleichbar zu Goethe Zeichnung Porträt Knebels (GGz/0120) oder auch dem Porträt Lavaters von Johann Heinrich Lips (Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Sign. LAV 228/9702 POR MAG). Die Annahme, dass es sich bei dem Lesenden um Einsiedel handeln könnte, basiert auf Goethes Tagebucheintrag vom 15. März 1778, in dem er notiert, er habe „Eins. Gezeichnet“ (WA III 1, S. 63 / Online-Edition: GT I, 15.3.1778 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0543 (Version vom 02.09.2024)).

Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Beschriftung

Rückseite numeriert rechts unten: "63", oben "79" und Stempel "GOETHE-NATIONAL-MUSEUM WEIMAR"

Rückseite numeriert rechts unten: "63", oben "79" und Stempel "GOETHE-NATIONAL-MUSEUM WEIMAR"

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