Bild anklicken für die vergrößerbare Ansicht (IIIF).
Zeichnung
Porträt Friedrich von Stein, gen. Fritz von Stein
1777
- Inventarnummer
- GGz/1946
- Inventarnummer
- GGz/1946
- PID
- pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209939
Schwarze Kreide
Die Zeichnung gehört zu den Porträtzeichnungen. In einem Brief vom 15. Januar 1773 an Johann Christian Kestner schrieb Goethe: „Ich binn ietzt ganz Zeichner, und besonders glücklich im Portrait.“ (WA IV 2, S. 52-53 / Online-Edition: GB 2, Nr. 3 (Elke Richter / Georg Kurscheidt), in: http://goethe-biographica.de/id/GB02_BR003_0 (Version vom 02.09.2024)). In den Jahren von 1776 bis 1780 erreichte Goethes Interesse an der Porträtzeichnung einen Höhepunkt. Es entstanden zahlreiche Porträts von Freunden und Bekannten, mit Vorliebe im reinen Profil (vgl. Hecht 1982, S. 90). Das Porträtzeichnen bei gegenseitigen Besuchen und das Verschenken der Porträts verleihen diesen Zeichnungen eine wichtige Rolle im sozialen Gefüge.
Gezeigt ist Fritz von Stein im Alter von etwa fünf Jahren als Schulterstück im Dreiviertelprofil. Als jüngster Sohn Josias und Charlotte von Steins war Fritz häufig zu Gast bei Goethe, der 1782 seine Erziehung übernahm und ihn teilweise bei sich wohnen ließ (vgl. Pietzsch, in: https://blog.klassik-stiftung.de/das-erziehungsprojekt-fritz-von-stein/ (Stand vom 10.12.2025)).
Die Zeichnung ist mit schwarzer Kreide ausgeführt und auf wenige, präzise konturierende Lilien reduziert. Das Blatt ist an allen Seiten beschnitten und zeigt oben und unten mittig, sowie in den oberen Ecken Einstichlöcher. Kreideproben sind in der oberen rechten Ecke zu erkennen.
Von Goethe sind eine weitere Porträtzeichnung (Corpus VIb 264) sowie eine lebensgroße, getuschte Silhouette Fritz von Steins (ID 40267) erhalten. Aufzeichnungen über den Nachlass Charlottes und Fritz von Steins deuten darauf hin, dass Goethe Fritz auch darüber hinaus mehrfach gezeichnet habe (vgl. https://goethehaus.museum-digital.de/object/37427 (Stand vom 10.12.2025)). Die Entstehung der Zeichnung fällt vermutlich in die Zeit um 1777, vergleichbar zum Porträt Carl August Kästners (ID 215739) und der Skulptur Martin Gottlob Klauers (KPl/01606), die zwischen 1778 und 1779 entstand. Die Frankfurter Zeichnung hingegen fällt in eine etwas spätere Zeit, etwa 1779.
Goethe schenkte diese Zeichnung Fritz von Stein, sie ist eine derjenigen, die in dessen Familienbesitz verblieben und 1892 durch eine Schenkung seiner Enkelin in die Sammlung des Goethe-Nationalmuseums gelangten.
Provenienz
Vor 1832 | Schenkung von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an Gottlob Friedrich Constantin von Stein, gen. Fritz von Stein (1772-1844) [1]
1844 | Erbschaft von Gottlob Friedrich Constantin von Stein, gen. Fritz von Stein (1772-1844) an Marie von Zobeltitz, geb. von Stein (1805-1876) [2].
1876 | Erbschaft von Marie von Zobeltitz, geb. von Stein (1805-1876) an Tosca von Kamptz, geb. Zobeltitz (nachgewiesen 1842/42).
1892 | Schenkung Tosca von Kamptz, geb. Zobeltitz (nachgewiesen 1842/42), an das das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [1, 3].
Quellen zur Provenienz
[1] Brief von Tosca von Kamptz, geb. Zobeltitz, vom 11.02.1892 (GSA 150/M 74 Bl. 156-157): „Erw. Hochwohlgeboren erlaube ich mir hierdurch mitzutheilen daß heut 2 Werthsendungen an das Göthe National Museum abgegangen sind, nach Ihrer Anweisung, u. wünsche ich mir daß die Sachen, wenigstens ein Theil derselben, etwas Freude bereitetet, es sind alles Geschenke von Goethe an meinen Großvater.“
[2] Vgl. Ausst.-Kat. Berlin 1861, S. 44, Nr. 56: „Im Besitze der Frau Marie v. Zobeltitz geb. v. Stein.“
[3] Ruland 1893, S. 13: „Eine Urenkelin Charlotte v. Steins schenkte dem Goethe-National-Museum eine Anzahl äusserst interessanter Zeichnungen Goethes aus der 70r und 80r Jahren, mehrere schöne Blätter von Tischbein und Kniep aus der Zeit der Italienischen Reise, und die von Goethe selbst gefertigte, fast lebensgrosse Silhouette des jungen Fritz von Stein“.
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Gezeigt ist Fritz von Stein im Alter von etwa fünf Jahren als Schulterstück im Dreiviertelprofil. Als jüngster Sohn Josias und Charlotte von Steins war Fritz häufig zu Gast bei Goethe, der 1782 seine Erziehung übernahm und ihn teilweise bei sich wohnen ließ (vgl. Pietzsch, in: https://blog.klassik-stiftung.de/das-erziehungsprojekt-fritz-von-stein/ (Stand vom 10.12.2025)).
Die Zeichnung ist mit schwarzer Kreide ausgeführt und auf wenige, präzise konturierende Lilien reduziert. Das Blatt ist an allen Seiten beschnitten und zeigt oben und unten mittig, sowie in den oberen Ecken Einstichlöcher. Kreideproben sind in der oberen rechten Ecke zu erkennen.
Von Goethe sind eine weitere Porträtzeichnung (Corpus VIb 264) sowie eine lebensgroße, getuschte Silhouette Fritz von Steins (ID 40267) erhalten. Aufzeichnungen über den Nachlass Charlottes und Fritz von Steins deuten darauf hin, dass Goethe Fritz auch darüber hinaus mehrfach gezeichnet habe (vgl. https://goethehaus.museum-digital.de/object/37427 (Stand vom 10.12.2025)). Die Entstehung der Zeichnung fällt vermutlich in die Zeit um 1777, vergleichbar zum Porträt Carl August Kästners (ID 215739) und der Skulptur Martin Gottlob Klauers (KPl/01606), die zwischen 1778 und 1779 entstand. Die Frankfurter Zeichnung hingegen fällt in eine etwas spätere Zeit, etwa 1779.
Goethe schenkte diese Zeichnung Fritz von Stein, sie ist eine derjenigen, die in dessen Familienbesitz verblieben und 1892 durch eine Schenkung seiner Enkelin in die Sammlung des Goethe-Nationalmuseums gelangten.
Provenienz
Vor 1832 | Schenkung von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an Gottlob Friedrich Constantin von Stein, gen. Fritz von Stein (1772-1844) [1]
1844 | Erbschaft von Gottlob Friedrich Constantin von Stein, gen. Fritz von Stein (1772-1844) an Marie von Zobeltitz, geb. von Stein (1805-1876) [2].
1876 | Erbschaft von Marie von Zobeltitz, geb. von Stein (1805-1876) an Tosca von Kamptz, geb. Zobeltitz (nachgewiesen 1842/42).
1892 | Schenkung Tosca von Kamptz, geb. Zobeltitz (nachgewiesen 1842/42), an das das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [1, 3].
Quellen zur Provenienz
[1] Brief von Tosca von Kamptz, geb. Zobeltitz, vom 11.02.1892 (GSA 150/M 74 Bl. 156-157): „Erw. Hochwohlgeboren erlaube ich mir hierdurch mitzutheilen daß heut 2 Werthsendungen an das Göthe National Museum abgegangen sind, nach Ihrer Anweisung, u. wünsche ich mir daß die Sachen, wenigstens ein Theil derselben, etwas Freude bereitetet, es sind alles Geschenke von Goethe an meinen Großvater.“
[2] Vgl. Ausst.-Kat. Berlin 1861, S. 44, Nr. 56: „Im Besitze der Frau Marie v. Zobeltitz geb. v. Stein.“
[3] Ruland 1893, S. 13: „Eine Urenkelin Charlotte v. Steins schenkte dem Goethe-National-Museum eine Anzahl äusserst interessanter Zeichnungen Goethes aus der 70r und 80r Jahren, mehrere schöne Blätter von Tischbein und Kniep aus der Zeit der Italienischen Reise, und die von Goethe selbst gefertigte, fast lebensgrosse Silhouette des jungen Fritz von Stein“.
Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Bezüge im Wissensnetz
Teil der Sammlung (27)
Museumsbestand (KSW)27 Einträge — alle anzeigen →
Handelt über (7)
Museumsbestand (KSW)7 Einträge anzeigen
Themen (7)
Weitere Quellen7 Einträge anzeigen
Objektbeschreibung (3)
Goethe-TexteWird angeführt von (2)
Goethe-TexteHat Dimension (2)
Goethe-TexteWird dargestellt durch (1)
Weitere QuellenPräsentationstext (1)
Museumsbestand (KSW)1 Einträge — alle anzeigen →