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Zeichnung

Porträt Wilhelmine Probst (?)

1776 - 1777

Inventarnummer
GGz/0121
Inventarnummer
GGz/0121
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209931

Blaues Papier; Rötel

Die Zeichnung gehört zu den Porträtzeichnungen. In einem Brief vom 15. Januar 1773 an Johann Christian Kestner schrieb Goethe: „Ich binn ietzt ganz Zeichner, und besonders glücklich im Portrait.“ (WA IV 2, S. 52-53 / Online-Edition: GB 2, Nr. 3 (Elke Richter / Georg Kurscheidt), in: http://goethe-biographica.de/id/GB02_BR003_0 (Version vom 02.09.2024)). In den Jahren von 1776 bis 1780 erreichte Goethes Interesse an der Porträtzeichnung einen Höhepunkt. Es entstanden zahlreiche Porträts von Freunden und Bekannten, mit Vorliebe im reinen Profil (vgl. Hecht 1982, S. 90). Das Porträtzeichnen bei gegenseitigen Besuchen und das Verschenken der Porträts verleihen diesen Zeichnungen eine wichtige Rolle im sozialen Gefüge.

Gezeigt ist eine weibliche Figur mit Haube, auf einem Stuhl sitzend und den Kopf auf dem rechten Arm aufgestützt.

Die Zeichnung ist mit Rötel auf blauem Papier ausgeführt. Es finden sich links mittig am Rand Einstichlöcher.

Wahl schlug vor, es könne sich bei der Dargestellten um Wilhelmine Probst handeln, einer Begleiterin Corona Schröters (vgl. Wahl 1934, S. 568). Eine eindeutige Identifizierung fällt jedoch schwer, da keine aussagekräftigen Porträts von Probst bekannt sind. In einer Zeichnung von Georg Melchior Kraus zu einer Szene aus ‚La Zobeide‘ (KHz/04744) ist sie in der Rolle der Smeraldina zu sehen. Wenngleich die Darstellung der Gesichter eher schematisch ausfällt, erscheint Probst auch hier in einer vergleichbaren Haltung mit aufgestütztem Kopf.

Im Tagebuch berichtet Goethe am 18. Juli 1777 vom Besuch durch Corona Schröter, Wilhelmine Probst und ihren Bruder in seinem Garten: „Ich zeichnete die Gruppe.“ (WA III 1, S. 42-43 / Online-Edition: GT I, 18.7.1777 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0397 (Version vom 02.09.2024)). Die Zeichnung steht stilistisch und formalästhetisch eng mit der Zeichnung eines sitzenden, Pfeife rauchenden Herren in Verbindung, bei dem es sich nach bisheriger Annahme um Karl Ludwig von Knebel handelt. Im Zusammenhang der beiden Zeichnungen stellt sich aber die Frage, ob es sich hier um ein Porträt des Bruders von Wilhelmine Probst handeln könnte, und die beiden Zeichnungen bei besagtem Besuch in Goethes Garten entstanden sein könnten.


Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Beschriftung

Rückseite Stempel "GOETHE-NATIONAL-MUSEUM WEIMAR"

Rückseite Stempel "GOETHE-NATIONAL-MUSEUM WEIMAR"

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