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Zeichnung

Porträt Karl Ludwig von Knebel (?)

1776 - 1777

Inventarnummer
GGz/0120
Inventarnummer
GGz/0120
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209930

Blaues Papier; Rötel

Die Zeichnung gehört zu den Porträtzeichnungen. In einem Brief vom 15. Januar 1773 an Johann Christian Kestner schrieb Goethe: „Ich binn ietzt ganz Zeichner, und besonders glücklich im Portrait.“ (WA IV 2, S. 52-53 / Online-Edition: GB 2, Nr. 3 (Elke Richter / Georg Kurscheidt), in: http://goethe-biographica.de/id/GB02_BR003_0 (Version vom 02.09.2024)). In den Jahren von 1776 bis 1780 erreichte Goethes Interesse an der Porträtzeichnung einen Höhepunkt. Es entstanden zahlreiche Porträts von Freunden und Bekannten, mit Vorliebe im reinen Profil (vgl. Hecht 1982, S. 90). Das Porträtzeichnen bei gegenseitigen Besuchen und das Verschenken der Porträts verleihen diesen Zeichnungen eine wichtige Rolle im sozialen Gefüge.

Gezeigt ist eine männliche Figur im Reitanzug, auf einem Stuhl sitzend und Pfeife rauchend.

Die Zeichnung ist mit Rötel auf blauem Papier ausgeführt. Es finden sich oben und unten mittig am Rand Einstichlöcher.

Gerhard Femmel identifiziert den Dargestellten als Karl Ludwig von Knebel, den Goethe in den Anmerkungen zu seinem Gedicht ‚Ilmenau‘ (1783) als seinen „Urfreund“ bezeichnet (WA I 4, S. 83). Die Zeichnung korrespondiert auch mit dem in eben jenem Gedicht beschriebenen, Pfeife rauchenden Knebel (vgl. Maisak, in: Ausst.-Kat. Frankfurt (Main)/Weimar 1994, S. 117), allerdings zeigt das Porträt wenig Ähnlichkeiten zu anderen Porträts Knebels aus der Zeit der späten 1770er Jahre (vgl. KGe/00540 und Gr-2005/1394).

Die Zeichnung steht stilistisch und formalästhetisch eng mit der Zeichnung einer sitzenden Dame in Verbindung, bei der es sich vermutlich um Wilhelmine Probst handelt. Im Tagebuch berichtet Goethe am 18. Juli 1777 vom Besuch durch Corona Schröter, Wilhelmine Probst und ihren Bruder in seinem Garten: „Ich zeichnete die Gruppe.“ (WA III 1, S. 42 / Online-Edition: GT I, 18.7.1777 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0397 (Version vom 02.09.2024)). Im Zusammenhang der beiden Zeichnungen stellt sich daher die Frage, ob es sich hier um ein Porträt des Bruders von Wilhelmine Probst handeln könnte, von dem leider wenige Informationen und keine (weiteren) Porträts überliefert sind.

Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Beschriftung

Rückseite Stempel "GOETHE-NATIONAL-MUSEUM WEIMAR"

Rückseite Stempel "GOETHE-NATIONAL-MUSEUM WEIMAR"

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