Bild anklicken für die vergrößerbare Ansicht (IIIF).

Zeichnung

Felsen mit Klüftung (recto); Bergwerkskaue aus dem Eisensteintagebau bei Elbingerode (verso)

1784

Inventarnummer
GGz/1039
Inventarnummer
GGz/1039
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209902

Bleistift, Rahmenlinie mit Bleistift (recto); Bleistift (verso)

Die Zeichnung entstand während Goethes dritter Harzreise im August und September 1784.

Auf der Vorderseite ist eine Gesteinsformation mit Klüftungen skizziert. Die Rückseite zeigt eine Hütte, bei der es sich um eine Bergwerkskaue aus dem Eisensteintagebau bei Elbingerode im Harz handelt. Der felsige Grund und einige Leitern sind angedeutet, die Grube selbst ist jedoch nicht erkennbar.

Das Blatt ist links, rechts und unten zugeschnitten, oben befindet sich die Schöpfkante. Das Motiv der Vorderseite ist auf einen Bildausschnitt begrenzt, der mit einer Bleistiftlinie gerahmt ist. Einstichlöcher sind oben und unten mittig am Rand der Darstellung in der Rahmenlinie zu erkennen. Links und rechts befinden sich vertikale Knickfalten an den Rändern.

Femmel erkennt in der auf der Rückseite dargestellten Hütte einen Ausschnitt aus dem rückseitigen Motiv der Zeichnung ‚Felsen im Harz (verso); Eisensteintagebau mit Bergwerkskaue bei Elbingerode (recto)‘ (GGz/1508) und ordnet das Blatt dementsprechend der dritten Harzreise zu (vgl. Corpus I, S. 97), die Goethe im Herbst 1784 in Begleitung von Georg Melchior Kraus unternahm, mit dem Ziel geologische Motive zu zeichnen und zeichnen zu lassen. Erst durch den Vergleich zu der zweiten Darstellung, die einen weiteren Bildausschnitt zeigt, wird erkenntlich, dass es sich bei der Hütte um eine Bergwerkskaue handelt und welchem Zweck die in der Umgebung gezeigten Leitern dienen. Bei dem dargestellten Bergwerk könnte es sich laut Wagenbreth um verschiedene bei Elbingerode gelegene Gruben handeln (vgl. Wagenbreth 1968, S. 77), die Goethe und Kraus am 5. und 6. September besuchten (vgl. WA II 9, S. 161 / Online-Edition: GT I, 5.9.1784 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_1081 (Version vom 02.09.2024); WA II 9, S. 162 / Online-Edition: GT I, 6.9.1784 (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_1082 (Version vom 02.09.2024)).
Die Felsformation der Vorderseite konnte bisher nicht lokalisiert werden. Das Thema der Felsformen und Gesteinsklüftungen beschäftigte Goethe seit der zweiten Schweizreise 1779, bei der dritten Harzreise gelang es ihm durch seine Zeichnungen und Beobachtungen am Granit zu Gesetzmäßigkeiten vorzustoßen (vgl. Wagenbreth 1968, S. 70). Wagenbreth deutet die schematische Skizze rechts unterhalb des Felsens als Illustration der Gesetzmäßigkeit zur Bildung von Granitklüften (vgl. Corpus Vb, S. 97).

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

Bezüge im Wissensnetz

Cookie-Einstellungen