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Zeichnung

Sternbrücke in Weimar

1781

Inventarnummer
GGz/1136
Inventarnummer
GGz/1136
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209866

Rötel, Pinsel in Braun (laviert)

Aufgrund seines Motivs wird das Blatt der Gruppe von Zeichnungen zum Park an der Ilm in Weimar zugeordnet.

In einem engen Bildausschnitt ist der zweite Bogen der Sternbrücke am Schloss und die darunter fließende Ilm dargestellt. Der Blick ist nach Norden gerichtet, die Brücke ist aus einer leichten Untersicht dargestellt. Am rechten Brückenpfeiler ist ein Flutbrecher zu erkennen. Im Vorder- und Hintergrund stehen am Ufer einige junge Bäume. Der Blick durch den Brückenbogen öffnet im Hintergrund die Sicht auf das ehemalige Hoffischerhäuschen, möglicherweise weiter in der Ferne auch auf das Dach der Burgmühle.

Die Zeichnung ist mit Rötel und brauner Lavierung skizzenhaft ausgeführt. Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und weist an allen Seiten mittig Einstichlöcher auf.

Eine vergleichbare Sicht auf die Sternbrücke ist nicht bekannt. Die Ansichten ‚Sternbrücke in Weimar‘ (GGz/1936) und ‚Durchsicht der Schoßbrücke im Herzogl. Parcke bey Weimar (aus: 'Aussichten und Parthien des Herzogl. Parks bey Weimar', Heft 4, Blatt 4)‘ (KGr/03155) von Goethe und Georg Melchior Kraus sind von einem weiter rechts liegenden Standpunkt aus gesehen und zeigen den dritten Brückenbogen. In Kraus Darstellung ist der zweite Bogen zumindest ansatzweise zu erkennen. Goethe zeigt die Sternbrücke von der gegenüberliegenden Seite mit Blick nach Süden in zwei weiteren Zeichnungen (GGz/1167; GGz/1989). Femmel datiert die Entstehung der Zeichnung in das Jahr 1781, basierend auf dem Vergleich zur Zeichnung ‚Verlassenes Gehöft‘ (Corpus I 248) und der These, dass Rötel nur während des ersten Weimarer Jahrzehnts von Goethe verwendet worden sei. Der Vergleich ist jedoch nicht überzeugend und Rötel ist sowohl in früheren, als auch späteren Zeichnungen nachweisbar. Maisak bemerkt, dass Goethe in der Zeichnung eine Verbindung von Naturtreue und kompositorischer Durchformung schaffe. Sie setzt die Leichtigkeit der Zeichnung mit der Bemerkung im Brief an Johann Heinrich Merck vom 7. April 1780 in Verbindung (vgl. Maisak 1996, S. 107), die sich jedoch – unter Berücksichtigung der gesamten Passage – auf anatomische Zeichnungen zu beziehen scheint: „[Gezeichnet wird nicht viel. Doch immer etwas, auch neulich einmal nach dem Nackten. Bald such‘ ich mich] in dem geschwinden Abschreiben der Formen [zu üben, bald in der richtigern Zeichnung, bald such‘ ich mich an den mannigfaltigern Ausdruck der Haltung theils nach der Natur, theils nach Zeichnungen, Kupfern auch aus der Imagination zu gewöhnen und so immer mehr aus der Unbestimmtheit und Dämmerung heraus zu arbeiten.]“ (WA IV 4, S. 203 / Online-Edition: GB 4, Nr. 59, in: http://goethe-biographica.de/id/GB04_BR059_0 (Version vom 02.09.2024)).

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

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