Bild anklicken für die vergrößerbare Ansicht (IIIF).

Zeichnung

Säulenportikus an einer Seebucht (recto); Landschaft mit Ruinen (verso)

1781

Inventarnummer
GGz/0701
Inventarnummer
GGz/0701
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209859

Blaues Papier; schwarze Kreide, Feder in Grau (recto); schwarze Kreide (verso)

Die Ideallandschaft der Vorderseite zeigt links die Ruine eines Prachtbaus mit Säulenportikus und rechts eine Baumgruppe mit üppigem Laubwerk. Dazwischen ergibt sich der Blick auf eine Bucht mit Segelbooten und einer hügeligen Küste. Links ist eine sitzende Staffagefigur zu erkennen. Die Rückseite zeigt eine Skizze ruinöser Bauwerke in einer Landschaft.

Das Blatt ist an drei Seiten zugeschnitten, unten befindet sich die Schöpfkante. Oben und unten mittig sind Einstichlöcher zu sehen.

Die Darstellung der Vorderseite ist hinsichtlich der Datierung vor der Italienischen Reise nur als Kopie denkbar, eine Vorlage konnte bisher allerdings nicht identifiziert werden. Motiv und Komposition erinnern an Landschaften und Hafenbilder des Claude Lorrain. Auch eine durch Lorrain beeinflusste niederländische Vorlage hält Femmel für vorstellbar (vgl. Corpus I, S. 89). Zu dem Ruinenmotiv der Rückseite, das im Inventar als „Parkskizze“ verzeichnet ist, findet sich eine weitere Zeichnung (Corpus VIb 44), die sich im Herslebschen Stammbuch (Goethe-Museum Düsseldorf) befindet. Auch dieses Motiv wurde einst als „ruinenhafte Parkmauer“ beschrieben und im Herzoglichen Park in Weimar vermutet (vgl. Corpus VIb, S. 22). Tatsächlich handelt es sich bei den Zeichnungen um eine Kopie nach einer Zeichnung von ‚Ruinen‘ (KK 2172) von Franz Kobell. Die Datierung der vorliegenden Zeichnung orientiert sich an der eigenhändigen Datierung der Düsseldorfer Zeichnung, die im Einklang mit dem Tagebucheintrag vom 25. Januar 1781 (vgl. WA III 1, S. 362 / Online-Edition: GT I, (25.1.1781) (Wolfgang Albrecht/Andreas Döhler), in: http://goethe-biographica.de/id/GT01_0927 (Version vom 02.09.2024)) steht, der Hans Christopher Herslebs Besuch bei Goethe festhält. Femmel überlegt, ob das Interesse an dem Kobellschen Ruinenmotiv wiederum in Zusammenhang mit der Umgestaltung des Weimarer Parkes und Umsetzung einer künstlichen Ruine steht (Corpus VIb, S. 22). Im Zusammenhang mit der Rückseite, ließe sich überlegen, ob auch für die Vorderseite ein Vorlage Kobells möglich wäre, dessen Landschaften bisweilen ähnliche Lorrainsche Eigenschaften zeigen (vgl. GHz/Sch.I.272,0395.74).

Laura Lisa Beier, 2025-06-24

Bezüge im Wissensnetz

Teil der Sammlung (25)

Museumsbestand (KSW)

25 Einträge — alle anzeigen →

Material (3)

Goethe-Texte
  • 275
  • 314
  • Blaues Papier; schwarze Kreide, Feder in Grau (recto); schwarze Kreide (verso)

Wird dargestellt durch (1)

Weitere Quellen

Zugehöriger Ort (1)

Weitere Quellen
Cookie-Einstellungen