Bild anklicken für die vergrößerbare Ansicht (IIIF).

Zeichnung

Landschaft mit Ansicht eines Dorfes

1780

Inventarnummer
GGz/1919
Inventarnummer
GGz/1919
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209857

Bleistift, Pinsel in Grau (teilweise laviert), Rahmenlinie mit Feder in Schwarz

Dargestellt ist eine hügelige Landschaft. Eine Baumreihe im Zentrum teilt die Komposition in zwei Hälften. Links zieht sich ein Weg vom Vorder- in den Mittelgrund und gibt den Blick frei auf Hügel in der Ferne, die den erhöhten Standpunkt des Betrachters andeuten. Rechts ist zwischen Bäumen eine Gruppe von Häusern und eine Dorfkirche zu sehen. Zwei Staffagefiguren sind auf den Wegen zu erkennen.

Die Zeichnung ist durch eine mit Feder in Schwarz gezeichnete Rahmenlinie eingefasst. Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und weist in der Mitte eine vertikale Knickfalte auf. In den Ecken, sowie oben und unten mittig an den Rändern befinden sich Einstichlöcher.

Femmel nimmt an, die Zeichnung sei nach einer bisher nicht identifizierten Vorlage entstanden (vgl. Corpus I, S. 89). Die sorgfältige Ausführung, tiefenwirksame Komposition und rahmende Einfassung lassen diese Vermutung aufkommen. Auffällig ist der tupfende Duktus, der sich insbesondere im Laubwerk und der Vegetation zeigt, der vor allem in Nachzeichnungen und Kopien Goethes zu finden ist. Eine mögliche Vorlage wäre unter den niederländischen Zeichnungen und Grafiken zu vermuten (vgl. GHz/Sch.I.302,0813), die er mit besonderem Interesse kopierte. Das Motiv zählt zu den Landschaften Goethes, die Bauernhäuser, Dörfer oder auch verfallene Hütten zeigen, die in zahlreichen Zeichnungen der ersten zehn Weimarer Jahre auftauchen (vgl. GGz/1142) und über die er in einem Brief an den Maler Friedrich Müller vom 12. Juni 1780 schreibt (WA IV 4, S. 233-234 / Online-Edition: GB 4, Nr. 113, in: http://goethe-biographica.de/id/GB04_BR113_0 (Version vom 02.09.2024)), der als Anhaltspunkt für die Datierung um 1780 dient.


Provenienz

1832 | Erbschaft von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an seine Enkel Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885), Wolfgang Maximilian von Goethe (1820-1883) und Alma von Goethe (1827-1844) [1].

1885 | Erbschaft von Walther Wolfgang von Goethe (1818-1885) an die Familien Vulpius und Henckel-Donnersmarck [2].

Februar 1929 | Verkauf von Walther Vulpius (1860-1944) an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [3].

Quellen zur Provenienz

[1] Testament Johann Wolfgang von Goethes vom 6. Januar 1831: „Ich ernenne meine drey Enkel Walther, Wolfgang und Alma von Goethe zu meinen Universal=Erben [...].“

[2] Testament von Walther Wolfgang von Goethe vom 24. September 1883, und dessen Präzisierung vom 10. März 1885: „die von Goetheschen (großväterlichen) Sammlungen: die Übergabe einerseits und Besitzergreifung andererseits, hat nur durch Aushändigung und Empfangnahme der betreffenden Schlüssel, seither in den Händen der verwittweten Frau Direktorin Schuchardt statt zu finden!“. Da die im Testament erwähnten Schlüssel aus der Verwaltung Schuchardts nicht die Schlüssel zur Wohnung Walther von Goethes in der Mansarde des Goethehauses einschlossen, fielen damit die dort befindlichen Gegenstände nicht dem Großherzogtum, sondern in der Erbfolge von August von Goethe und seiner Gattin Ottilie (geb. Pogwisch) den Familien Vulpius und Henckel-Donnersmarck zu.

[3] Sammlerstempel „Dr. W. Vulpius“; Vgl. Wahl 1929, S. 318; Erwerb von 33 Goethezeichnungen von Walther Vulpius die in zwei Einträgen im GNM-Neuerwerbungsbuch verzeichnet sind, dabei ist unklar, welchem der beiden Einträge die Zeichnungen jeweils zuzuordnen sind: GNM Neuerwerbungsbuch (1912-1929), S. 188, Nr. 59: „Vier Handzeichnungen Goethes“; GNM Neuerwerbungsbuch (1912-1929), S. 189, Nr. 68: „29 Goethesche Handzeichnungen aus dem Besitze der Familie Vulpius-Weimar.“

Laura Lisa Beier, 2025-10-07
Beschriftung

Rückseite Besitzstempel: "21. Dr. W. Vulpius"

Rückseite Besitzstempel: "21. Dr. W. Vulpius"

Bezüge im Wissensnetz

Teil der Sammlung (28)

Museumsbestand (KSW)

28 Einträge — alle anzeigen →

Handelt über (12)

KSW-Projekte
12 Einträge anzeigen

Material (3)

Goethe-Texte
  • 272
  • 383
  • Bleistift, Pinsel in Grau (teilweise laviert), Rahmenlinie mit Feder in Schwarz

Wird dargestellt durch (1)

Weitere Quellen

Zugehöriger Ort (1)

Weitere Quellen

Kategorie (1)

Weitere Quellen
  • Graphische Sammlungen
Cookie-Einstellungen