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Zeichnung

Morgensonne am Gartenzaun

1778

Inventarnummer
GGz/1933
Inventarnummer
GGz/1933
PID
pid.klassik-stiftung.de/pid/300:209817

Untersatz aus braunem Papier, Rahmenlinie mit Feder und Pinsel in Grau auf dem Untersatz; Bleistift, Pinsel in Grau (teilweise laviert)

Dargestellt ist eine Landschaft mit einer lockeren Baumstellung, die im oberen Bildabschnitt in einem dichten Laubwerk verschwimmen. Am linken Rand ist die Ecke eines Hauses zu sehen, sowie ein Gartenzaun mit einer davorstehenden Bank mit Tisch. Das Gegenlicht der tief stehenden Sonne erzeugt lange Schatten der Baumstämme und ein Licht- und Schattenspiel auf dem Boden.

Das Blatt ist an allen Seiten zugeschnitten und auf einen Untersatz aus braunem Papier mit gezeichneten Rahmenlinien montiert. Auf der Rückseite des Untersatzes befindet sich ein Besitzvermerk. Einstichlöcher finden sich in den oberen Ecken der Zeichnung, sowie im Untersatz oben mittig.

Die Datierung der Zeichnung hat bisher in einem kleinen Zeitfenster variiert: Münz schlug eine Entstehung um 1777/78 vor (vgl. Münz 1949, S. 45), Femmel eine um 1779/80 (vgl. Corpus I, S. 83). Maisak hingegen bringt das Blatt mit Goethes Brief an Johann Heinrich Merck vom 11. Januar 1778 in Verbindung, in dem er schreibt: „Die Götter haben mir im Zeichnen neuerdings grose Eröffnungen gethan. […] Die Gegend um meinen Garten wird aufs Frühjahr unendlich schön, ich hab einige seltsam romantische Fleckchen ge- und erfunden.“ (WA IV 3, S. 206 / Online-Edition: GB 3, Nr. 320, in: http://goethe-biographica.de/id/GB03_BR320_0 (Version vom 02.09.2024)). Die Zeichnung, die Maisak für eine Plenair-Studie hält, zeige eine vollkommene Idylle, die mir einer hohen Sensibilität angeschaut sei. Die Stimmungshaftigkeit werde durch sparsame Mittel bei Verzicht auf Tiefenwirkung, Plastizität und Stofflichkeit erreicht (vgl. Maisak 1996, S. 93). Die starke Ähnlichkeit zu der Zeichnung ‚Schloss Wörtlitz‘ (GGz/0962), entstanden im Mai 1778, stützt Maisaks Einschätzung. Die Thematisierung des Lichts, die atmosphärische Wirkung, sowie die Komposition des eng gefassten Bildausschnitts, rufen in Klauß und Güse Assoziationen zur Moderne und zum Impressionismus hervor (vgl. Klauß 1992, S. 73; vgl. Güse 2008, S. 101).


Provenienz

Vor 1933 | Erwerb durch Auguste Gülke, geb. Vulpius (1864-1945), Weimar, Erwerbsart unbekannt [1].

20.03.1933 | Verkauf von Auguste Gülke, geb. Vulpius (1864-1945), Weimar, an das Goethe-Nationalmuseum Weimar (seit 1885) [2].

Quellen zur Provenienz

[1] Rückseite, Bezeichnung: „Eigentum von / Auguste Gülke / geb. Vulpius.“

[2] GNM Neuerwerbungsbuch (1930-1952), S. 42, Nr. 196; Gemeinsamer Erwerb mit GGz/1938; Vgl. Hecker 1933, S. 260: "Drei Handzeichnungen Goethes konnten erworben werden, darunter eines der schönsten Blätter der frühweimarischen Zeit ("Am Gartenzaun")."

Laura Lisa Beier, 2025-06-24
Beschriftung

Rückseite Besitzvermerk: "Eigentum von Auguste Gülke geb. Vulpius"

Rückseite Besitzvermerk: "Eigentum von Auguste Gülke geb. Vulpius"

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